Lange Nacht der Wissenschaften : Von Game of Thrones bis Zukunfts-Slam

In der „Klügsten Nacht des Jahres“ laden rund 500 Veranstaltungen an der Freien Universität zum Mitmachen ein.

Jennifer Gaschler
Daenerys und ihr feuerspeiendes Flugtier: Die letzte Staffel des Serienhits „Game of Thrones“ wird zurzeit auf Sky ausgestrahlt. Einen wissenschaftlichen Blick auf die Fantasy-Welt eröffnet die Lange Nacht.
Daenerys und ihr feuerspeiendes Flugtier: Die letzte Staffel des Serienhits „Game of Thrones“ wird zurzeit auf Sky ausgestrahlt....Foto:2019 Home Box Office Inc.

Ein Verstand braucht Bücher wie ein Schwert den Schleifstein“ weiß Tyrion Lannister in Game of Thrones. Mit der verwegenen Fantasiegestalt haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität zwar wenig gemeinsam – dennoch begeben sie sich bei der 19. Langen Nacht der Wissenschaften am 15. Juni in die Welt der Erfolgsserie sowie auf Spuren von Sprachen und Literatur.

GAME OF THRONES
Schlechte Zähne, höfische Rituale, Drachen und Hexenverbrennungen verbinden die Fans fiktiver Welten wie Game of Thrones sofort mit dem Mittelalter. Dabei ist manches reine Phantasie, anderes ereignete sich viel später, zum Beispiel während der Frühen Neuzeit. Wie also stellt die Fantasy-Serie das Mittelalter dar? Die Mediävistinnen und Mediävisten des Instituts für Englische Philologie setzten sich mit dem Werk von George R. R. Martin auseinander und betrachten, wie mithilfe von Klischees und Erzählstrukturen auf die historische Epoche angespielt wird. Welche Funktion haben dabei magische Wesen? Könnte die Darstellung kultureller Unterschiede auch für aktuelle gesellschaftliche Debatten relevant sein? (17 bis 24 Uhr, Habelschwerdter Allee 45, Haus 9a auf Lageplan, Buslinien: grün, blau, orange, gelb)

ZUKUNFTS-SLAM
Keine Gaukler, aber Sprachakrobaten sind beim FUture Slam gefragt. Zehn Minuten Zeit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um ihre Erkenntnisse unterhaltsam zu präsentieren und ihr Publikum zu begeistern. Denn darüber, wer den Wettbewerb um die flinkste Zunge gewinnt, stimmen die Zuschauer ab. Teil nehmen etwa ein Exozoologe, der zu außerirdischem Leben forscht, ein Erziehungswissenschaftler und eine Philosophin – denn Thema ist: „Zukunft – bloß wie?“. (21 bis 23 Uhr, Habelschwerdter Allee 45, Haus 9a auf Lageplan, Buslinien: grün, blau, orange, gelb)

SCHREIBERSCHULEN
Zu einer Reise in die noch fernere Vergangenheit als das Mittelalter lädt die Schreiberschule ein. Wie sähe Ihr Name in Hieroglyphen aus? Wie in Keilschrift? Nehmen Sie selbst Griffel, Feder, Binse oder Pinsel in die Hand und erhalten Sie einen Einblick in die Geschichte der Schrift – von den Anfängen im 4. Jahrtausend v. Chr., von Koptisch, Hebräisch, Persisch und Japanisch bis zur Moderne. Begleitet werden die Gäste dabei von orientalischer Literatur und Musik aus 5000 Jahren, zu hören sind einige der ältesten Lieder und Gedichte der Menschheit. (17 bis 23 Uhr, Literatur und Musik 18 bis 21 Uhr, Fabeckstr. 23/25, Haus 9c auf Lageplan, Buslinie: blau)

SCHWEIN GEHABT
2019 ist das chinesische Jahr des Erdschweins. Wen interessiert, wie das in chinesischen Schriftzeichen ausgedrückt wird, ist im Konfuzius-Institut an der Freien Universität richtig: Die Sinologinnen und Sinologen bieten Schnupperkurse in chinesischer Sprache, Schrift, Kalligrafie und Tuschmalerei an. Der östliche Nachbar Chinas ist in Dahlem nur wenige Gehminuten entfernt – das Institut für Japanologie. Auch dort wird die Sprache häppchenweise serviert mit japanischen Snacks und Einführungen in die Origami-Faltkunst. (Konfuzius-Institut: 17.30 bis 22 Uhr, Goßlerstr. 2/4, Haus 6 auf dem Lageplan, Buslinien: orange, gelb; Japanologie: 17 bis 24 Uhr, Fabeckstr. 23/25, Haus 9c auf Lageplan, Buslinie: blau)

SPRACH-COCKTAIL
Für die Pause zwischendurch laden die Linguistinnen und Linguisten ein in erfrischende Sprachwelten. An der Cocktailbar der Sprachwissenschaftler werden nicht nur Drinks serviert, sondern es wird auch erklärt, woher diese ihren Namen haben. Was hat der Daiquiri mit der Hängematte zu tun? Welcher Cocktail heißt einfach nur „gut“? Und warum sind Whisky und Wodka eigentlich dasselbe? Linguistik ist keine trockene Angelegenheit. (17 bis 24 Uhr, Habelschwerdter Allee 45, Haus 9a auf Lageplan, Raum K31, Buslinien: grün, blau, orange, gelb)

WER WAR ES?
Hobbykriminologinnen und -kriminologen sind beim Angebot des „Centrum Modernes Griechenland“ gefragt. Die Autorin Marlena Politopoulou liest aus ihrem gerade übersetzten Roman „Der Zug von Penelope“. Herausgeber Kostas Kalfopoulos stellt bei der Lesung einen Sammelband zeitgenössischer griechischer Kriminalgeschichten vor. (18 bis 19.15 Uhr, Habelschwerdter Allee 45, Haus 9a auf Lageplan, Raum K31, Buslinien: grün, blau, orange, gelb)

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