Authentische Tacos in Berlin : Sehr gut, sehr scharf - und bei Bedarf auch vegetarisch

Wie ausgefeilt und köstlich der vermeintliche Fast-Food-Snack sein kann, zeigen drei ambitionierte mexikanische Restaurants und ein Pop-up

Eine der Taco-Spezialitäten, die Chef Mario Espinosa im Pop-up Restaurant "Besame Mucho" im Waldorf Astoria zeigen wird
Eine der Taco-Spezialitäten, die Chef Mario Espinosa im Pop-up Restaurant "Besame Mucho" im Waldorf Astoria zeigen wirdFoto: Waldorf Astoria / promo

Vergessen wir mal Chili con Carne und Burritos. Die spielen keine Rolle, denn hier geht es um authentische mexikanische Kochkultur und nicht um die Grenzüberschreitungen der Tex-Mex-Küche. Womit wir beim Taco wären. Ist das nicht Fast Food, das man mit den Fingern isst und von dem es mit dem „Taco al Pastor“ sogar eine amtliche Version mit Ananas gibt?

Klingt irgendwie befremdlich, dass ein solch einfacher Snack Teil dessen ist, was die Unesco 2010 zum immateriellen Kulturerbe erklärt hat.

Der Taco ist mehr als einfaches Fast Food

Doch die Wurzeln des Tacos reichen in prähistorische Zeiten zurück, in denen die indigenen Einwohner Mexikos begonnen haben, Mais zu kultivieren und daraus Fladen – heute würde man sagen: Tortillas – zu backen. Sie wurden das Brot der Mexikaner und über Jahrtausende ihre wichtigste Speise. Es war ein kleiner Schritt für die Hochkulturen der Inkas und Azteken, die Tortillas mit Wohlschmeckendem zu belegen; der Taco war geboren.

Und damit ist er kein Fast Food, sondern eines der ältesten bekannten Zeugnisse kulinarischen Schaffens, eben ein Kulturgut, mit mehr Tradition und Vielfalt als Hamburger, Pizza und Currywurst zusammen.

Vier gute Adressen für zeitgemäße Tacos in Berlin
Wer einmal den Taco „Pollo al Pastor“ im Kreuzberger Restaurant „La Lucha“ probiert hat, wird merken, wie komplex die Kombination aus marinierter Hähnchenkeule mit gegrillter Ananas, Habanero- und Chipotle-Salsa schmecken kann. Das „Santa Maria“ geht mit dem Erbe zwar noch freizügiger um und ersetzt beim pastoralen Taco das Fleisch durch Jackfruit. Aber Klassiker dürfen mit der Zeit gehen, solange sie unverkitscht und mit Augenmaß modernisiert werden.

Zahlreiche Taco-Varianten mit selbstgebackenen Tortillas und vielen hausgemachten scharfen Saucen: Tacoriño nahe dem Savignyplatz
Zahlreiche Taco-Varianten mit selbstgebackenen Tortillas und vielen hausgemachten scharfen Saucen: Tacoriño nahe dem SavignyplatzFoto: Kai Röger

Genau das gelingt auch dem jüngst nahe dem Savignyplatz eröffneten „Tacoriño“: selbst gebackene Tortillas mit sehr guten und sehr scharfen Saucen, viele Varianten mit klassischen Toppings wie in Achiote marinierter Schweineschulter mit eingelegten Zwiebeln und rauchiger Habanero-Sauce. Aber auch die modernen vegetarischen Versionen zeigen, welch breites Kreuz die Taco-Tradition hat, sofern man sie mit Anspruch frisch interpretiert.

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Authentische mexikanische Küche auf hohem Niveau im Pop-up Restaurant Besame Mucho im Waldorf Astoria
Authentische mexikanische Küche auf hohem Niveau im Pop-up Restaurant Besame Mucho im Waldorf AstoriaFoto: promo

Was die mexikanische Küche zu leisten vermag, kann man ab dem 20. Februar im „Besame Mucho“ im ehemaligen „Les Solistes" im Waldorf Astoria erleben: Chef Mario Espinosa präsentiert dort bis Mitte März mit teils selbst importierten mexikanischen Produkten authentische Gerichte verschiedener Regionen auf höchstem Niveau, jenseits aller Tex-Mex-Klischees. Burrito, Chili con Carne und Nachos bleiben außen vor, aber Tacos (Foto) dürfen in diesem Fine-Dining-Kontext nicht fehlen.

Die Adressen
La Lucha, Paul-Lincke-Ufer 39/41, Kreuzberg
Santa Maria, Oranienstr. 170, Kreuzberg
Tacoriño, Knesebeckstr. 18, Charlottenburg,
Besame Mucho, Pop-up 20. Februar – 15. März im Hotel Waldorf Astoria, Hardenbergstr. 28, Charlottenburg

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