Genuss-Tipp : Glückskeks auf japanisch

Fischchen zum Knabbern: In Japan sind Taiyaki ein beliebter Streetfood-Snack. In Berlin gibt es sie jetzt auch

Felix Denk
Süß wie die ersten Frühlingslüftchen: Taiyaki, gefülltes japanisches Gebäck in Fischform, gibt es jetzt auch in Berlin.
Süß wie die ersten Frühlingslüftchen: Taiyaki, gefülltes japanisches Gebäck in Fischform, gibt es jetzt auch in Berlin.Foto: Tenzan Lab / promo; i-stock; Illustration: Sabine Wilms

Eine Eisdiele im Winter ist eher was für Melancholiker. Entweder sie ist leer oder sie hat zu. Wahlweise verkauft sie Lebkuchen bis Weihnachten und geht dann in den Winterschlaf. All das trifft auf das „Tenzan Lab“ in Prenzlauer Berg nicht zu.

Es fängt damit an, dass dies auch im Sommer keine normale Eisdiele ist. Das japanische Kakigori, das sie zubereiten, ist ein High-End-Wassereis. Dafür werden aus einem Eisblock feine Flocken gehobelt und mit Toppings wie kandiertem Ingwer, geröstetem Sesam und einer sämigen Sauce aus den stärkehaltigen Überbleibseln des Sake-Reises serviert.

Seebrasse, gebacken

Im Winter backen sie dann Taiyaki, gefüllte Waffeln in sehr hübscher Fischform. Warum Fisch? „Das ist eine Seebrasse“, erklärt Masataka Namba, der das „Tenzan Lab“ betreibt. „Die steht in Japan für Glück.“ Er tippt auf seinem iPad herum und zeigt dann Filme, in denen Sumo-Ringer, breit grinsend, mit den Fischen in der Hand herumwedeln. „Das machen sie traditionell vor Wettkämpfen“. Die gefüllten Waffeln sind in Japan ein beliebter Streetfood-Snack. Meist isst man sie gleich aus der Hand, denn warm und ofenfrisch schmecken sie am besten. Sie sind aber auch ein beliebtes Mitbringsel. Die klassische Füllung ist Anko, eine süße Paste aus Adzukibohnen, die sie, wie alles im „Tenzan Lab“, selbst zubereiten. Oder ein Matcha-Pudding. Es gibt aber auch herzhafte Varianten, etwa mit Käse, Nori-Alge und Shiso-Paste.

Mehr Fernöstliches

Japanisches Gebäck bekommt man nicht so häufig in Berlin, was schon daran liegt, dass die Japaner nicht die allergrößte Backtradition haben. Allerdings verehren sie die französische Patisserie. Das kann man im „Café Komine“ schmecken. Hier zaubert der ehemalige Cellist Shin Komine Fusion-Törtchen mit französischem Patisserie-Handwerk und japanischen Zutaten. Bodenständiger geht es im „Kame“ zu. Dort gibt es neben Keksen gefülltes Gebäck wie die „Anpans“. Wer doch Lust auf ein Kakigori-Eis hat: Das hobeln sie im „Tenzan Lab“ auf Wunsch auch im Winter.

Adressen. Tenzan Lab. Wörther Str. 22, Prenzlauer Berg, tenzan-lab.com, Café Komine, Welserstr. 13–15, Schöneberg, cafekomine.de, Kame Japanese Bakery. Leibnizstr. 45, Charlottenburg, und Linienstr. 113, Mitte, kame.berlin

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