Von TISCH zu TISCH - Die Restaurantkritik : The Catch

Dieses japanische Restaurant serviert nicht nur Sushi. Die Produktqualität: hoch. Unbedingt zu empfehlen.

Dunkle Wände, beleuchtete Bar: Das Izakaya-Restaurant "The Catch" in Charlottenburg
Dunkle Wände, beleuchtete Bar: Das Izakaya-Restaurant "The Catch" in CharlottenburgFoto: The Catch / promo

Das Izakaya-Restaurant „The Catch“ ist der neueste Fang der Gastroszene: schwarze Wände, weit offene Showküche, eine beleuchtete Bar. Der von Letten betriebene Laden brummt, und zwar von Anfang an und jeden Abend. Mit Getränken wie Sekt oder Crémant geben sie sich hier nicht ab. „Wir haben nur Champagner“, sagt der Kellner.

Angesagte Bowls

Man wird schon durch die bereitstehenden Teller ermutigt zum Teilen. Ganz köstlich ist das Ceviche von der Gelbschwanzmakrele, die Wasabi-Sauce nicht offensiv scharf, sondern etwas nussig, Avocado gehört dazu, Gurke und reichlich Koriander (12 Euro). Leicht und modern – der panasiatische Stil von The Duc Ngo lässt grüßen. Die Chirashi-Schüssel, eine jener angesagten Bowls, bestätigte diesen Eindruck. Zwei argentinische Garnelen, dazu säuerlich-zarte Würfel vom schottischen Lachs, Edamame, die in Japan populären, unreif geernteten Bohnen, drei großzügige Streifen von der Avocado mit einer Art Cocktaildressing und Lachsrogen. Das verdeckte einen leicht überdimensionierten Berg Klebreis, getränkt mit einer Umami-Sauce auf Soja-Basis. Schmeckte durchweg gut, wenn auch nicht so kräuterig ausgefeilt wie das Ceviche (14 Euro). Ausgezeichnet auch die Scheiben von der California Roll, neben Wasabi und scharfem Ingwersalat angerichtet: Königskrabben, Avocado und Lauch, ummantelt von einem crunchy Tobiko-Mantel aus Rogen vom Fliegenfisch. Eine geniale Mayo, deren Konsistenz fast an Frischkäse erinnerte, rundete das ab. Richtig gut (16 Euro).

Rauchiger Lachs

Vom Josper-Grill probierte ich den fast knusprig angebratenen schottischen Lachs, ein nicht zu großes, aber innen saftig-zartes Stück mit wunderbarem Rauchgeschmack, darauf ein köstliches Püree: gestampfte Avocado mit Wasabi und Schnittlauch. Durch die Gewichtung der Zutaten hatte sie eine feine Schärfe (12 Euro). Mochi zum Nachtisch erinnern ans japanische Neujahrsfest, aber das halbierte, Dumpling-ähnliche Küchlein hatte mit der cremigen Schokoladenfüllung auch so einen festlichen Geschmack (4 Euro). Exzellent war die Yuzu-Mandarinen-Mousse, schaumig fast wie eine Zabaione. Darauf Granita von der fernöstlichen Zitrone, fein-säuerliche Eissplitter. Und im Schaum versteckte sich noch saftiges Mandarinenkompott. Bestreut war das alles mit karamelligem Crunch (7 Euro).

Besser geht's kaum

Was kann noch besser werden? Dass es Wasser nur in Halbliterflaschen gibt und nicht in größeren Portionen vielleicht (4 Euro). Die kleine Weinkarte ist immerhin ganz brauchbar, wenn auch nicht gerade preiswert. Der weiße 2017er „Colombare Gavi Santa Seraffa“ aus dem Piemont hatte immerhin die nötige Schwere, um die Leichtigkeit der Speisen würdig zu illuminieren. Mein Fazit: Ein Lokal zum Wiederkommen

The Catch, Bleibtreustraße 41, Charlottenburg, Di – Do 12–23, Fr/Sa 12–24, So/Mo 18–23 Uhr

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