Gesundheit : Ärzte-Ehrung erinnert an Klemperer

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Der bedeutende Berliner Internist Georg Klemperer (1865 – 1946), wegen seiner Zwangsemigration 1936 lange vergessen, wurde in diesem Jahr gleich doppelt wiederentdeckt und geehrt: In Anerkennung seiner Verdienste als Stoffwechsel- und Ernährungsforscher schuf die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin eine jährliche Georg-Klemperer-Ehrenvorlesung. Und die Ärztekammer Berlin nennt eine neue Auszeichnung für vorbildliche Berliner Ärzte nach dem langjährigen Ärztlichen Direktor des Krankenhauses Moabit.

Unter der Leitung des vielseitigen Wissenschaftlers, engagierten Hochschullehrers und innovationsfreudigen Chefs hatte sich das Krankenhaus Moabit überregionales Renommee erworben; die innere und die chirurgische Klinik wurden sogar zu Universitätskliniken. Die Nazis ruinierten auf lange Zeit den Ruf des Krankenhauses Moabit, indem sie 1933 alle jüdischen Ärzte entließen oder, wie bei Klemperer, ihre Verträge nicht verlängerten.

Jetzt reisen aus den USA einige seiner Nachkommen an, um am Sonnabend die erste Verleihung der Georg-Klemperer-Ehrennadel und -medaille mitzuerleben: An den aus Berlin stammenden Londoner Pharmakologen Andrew Herxheimer für seine lebenslange Förderung industrieunabhängiger Arzneimittelinformationen, an die Diabetologin Thea Schirop und den Pathologen Hans-Herbert Wegener (in den achtziger Jahren als Klemperers Nachnachfolger an der Spitze des Krankenhauses Moabit) für ihre Verdienste um die ärztliche Weiter- und Fortbildung. R. St.

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