Gesundheit : Depression kann aufs Herz schlagen

Martin Lindner

Depressionen können offenbar die Blutgefäße schädigen – und führen mitunter bis zum Herzinfarkt. Tatsächlich lässt sich der gefäßschädigende Effekt depressiver Erkrankungen mit speziellen Ultraschalltests sogar sichtbar machen, wie US-Mediziner im Fachblatt „ Archives of General Psychiatry“ berichten.

Studien hatten nahegelegt, dass an Depression erkrankte Menschen im Schnitt etwa doppelt so häufig einen Herzinfarkt erleiden wie Personen ohne die Gemütsverstimmung. Jetzt ist es dem Psychiater Jesse Stewart und seinen Kollegen von der Universität Pittsburgh erstmals gelungen, diese vermuteten schädlichen Auswirkungen durch direkte Messungen zu belegen. Mit einem besonderen Ultraschallverfahren untersuchte Stewarts Team bei gut 300 Erwachsenen zwischen 50 und 70 Jahren die Wanddicke der Halsschlagader. Diese zeigt das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko: Je dicker die Gefäßwand der Schlagader, desto ausgeprägter ist die Arterienverkalkung im ganzen Körper und desto wahrscheinlicher ein späterer Herzinfarkt.

Stewart und Kollegen nahmen die Ultraschall-Messungen über den Zeitraum von drei Jahren vor. Dabei zeigte sich, dass bei depressiven Personen die Gefäßverkalkung deutlich schneller voranschritt als bei psychisch Gesunden. Noch ist allerdings unklar, warum das so ist. In jedem Fall sollten Ärzte die Depression deutlich stärker als bisher in die Infarktvorbeugung einbeziehen, sagen Experten. Neben einer besseren psychosozialen Betreuung könnte regelmäßiger Sport dabei helfen.

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