Gesundheit : Netzhaut-Chip lässt Blinde ein wenig sehen

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Ärzten des Tübinger Universitätsklinikums ist es in ersten Tests gelungen, Blinden mithilfe eines Netzhaut-Chips einfache Seheindrücke zu verschaffen. Seit Herbst 2005 sei sieben Patienten ein Chip direkt unter die Netzhaut eingepflanzt worden, sagte Eberhart Zrenner, Leiter des Forschungsinstitutes für Augenheilkunde in Tübingen, am gestrigen Mittwoch. Mit dem Chip könnten die Patienten Lichtquellen wie Lampen oder Fenster erkennen. Teilweise hätten die Betroffenen auch helle Gegenstände auf dunklem Untergrund lokalisiert.

Der Netzhaut-Chip übernehme die Funktion von abgestorbenen Sehzellen, erklärt Zrenner. Der Mediziner warnt aber vor überzogenen Erwartungen, da es sich erst um eine Pilotstudie handele. Geeignet sei die Therapie nur für Menschen, die früher sehen konnten und deren Sehnerven und die entsprechenden Hirnregionen noch intakt seien. Das Prinzip, biologisches Gewebe und Informationstechnologie zu verbinden, ist auch für die Behandlung von Menschen mit Rückenmarkverletzungen oder Gehörschäden interessant. dpa