Kostenbegrenzung durch Selbstmanagement

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Vivantes Klinikum Friedrichshain : Fit für die Zukunft
Der Klinik-Neubau (links) wird an die Bestandsgebäude angeschlossen. Eine Kinderklinik und eine Komfortklinik für Privatpatienten sollen einziehen. S
Der Klinik-Neubau (links) wird an die Bestandsgebäude angeschlossen. Eine Kinderklinik und eine Komfortklinik für Privatpatienten...imu: Architekturbüro Franke

Der Finanzbedarf von Vivantes wird für die nächsten zehn Jahre auf eine Milliarde Euro beziffert. Diese Schätzung aus Senatskreisen wird vom Unternehmen offiziell nicht bestätigt. Derzeit liegen Investitionsanträge über 270 Millionen Euro bei der Senatsverwaltung. Alle Vivantes-Häuser haben Sanierungsbedarf, akut ist derzeit die Lage im Klinikum Neukölln. Dach und Heizungsanlage des 1985 eröffneten Baus sind verschlissen.

Vivantes unterhält in seiner Unternehmenszentrale in Reinickendorf eine eigene Bauabteilung. „Wir managen unsere Bauprojekte selber“, sagt der Bauingenieur und Leiter des „Facility Managements“ Jan Kubald. Das Selbermanagen helfe sehr dabei, die üblichen Kostensteigerungen bei Bauvorhaben einzugrenzen. Schon vorab habe er die Wunschliste der Friedrichshainer Chefärzte und des Architekten Jürgen Franke aus Cottbus kritisch durchgesehen. Und gekürzt.

Landemöglichkeit statt Landeplatz für Hubschrauber

Dem Rotstift ist auch der Hubschrauberlandeplatz auf dem westlichen Neubau zum Opfer gefallen. Das Krankenhaus muss sich vorerst mit einer Hubschrauberlandemöglichkeit zufrieden geben. Dazu wurde eine Grünanlage im nördlichen Bereich hergerichtet, auch ein paar Bäume mussten gefällt werden. Geleistet hat sich Vivantes aber eine neue Tiefgarage mit 260 Stellplätzen und eine Klimaanlage für Flure, Schwesternzimmer und Aufenthaltsräume. „Bei einer Förderung vom Land müssten wir auf die Klimaanlage verzichten.“

Künftig soll das „Krankenhaus der Maximalversorgung“ im Friedrichshain 940 Betten haben und alle klassischen medizinischen Disziplinen beherbergen. Zwei Besonderheiten gibt es: Das „Aeromedical Center“ testet Pilotenanwärter auf medizinische Tauglichkeit und das „Zentrum für Sauerstofftherapie und Tauchmedizin“ behandelt Taucher nach Unfällen. In der Druckkammer können auch Brandopfer mit Rauchgasvergiftung und Patienten mit schlecht heilenden Wunden therapiert werden. Das Klinikum hat also medizinische Expertise zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Nur für die Weltraummedizin gibt es noch keine Abteilung.

Auch in Hellersdorf baut Vivantes derzeit ein neues Klinikgebäude mit 164 Betten. Die Baukosten von 30 Millionen Euro teilen sich der Konzern, das Land und der Bund. Der Neubau auf dem Gelände des Klinikums Hellersdorf soll Ende 2015 fertig sein und die Klinik für Psychiatrie sowie eine geriatrische Station aufnehmen. Die alte Psychiatrie am Außenstandort Brebacher Weg wird geschlossen. Auch hier verspricht sich Vivantes durch die Zusammenlegung eine effektivere Patientenversorgung und „erhebliche wirtschaftliche Vorteile“.

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