Beginn der Fashion Week in Berlin : Das Programm ist besser und dichter

Tatsächlich fühlte sich die Berliner Modewoche im Sommer 2017 wie ein trauriger Abschied an. Doch nun geht es bergauf. Mir mehr Schauen und neuem Mut.

Grit Thönnissen
So hat das im Sommer 2017 aufgehört. Mit Marina Hoermanseder.
So hat das im Sommer 2017 aufgehört. Mit Marina Hoermanseder.Foto: Foto: Jörg Carstensen /dpa

Man muss wohl erst einmal einen Schlussstrich ziehen, um neu anzufangen. So muss sich das der Automobilhersteller Mercedes Benz gedacht haben, als er im Sommer verkündete, nicht mehr als Sponsor für die Fashion Week in Berlin zur Verfügung zu stehen. Tatsächlich fühlte sich die Veranstaltung im Sommer wie ein trauriger Abschied an. Zehn Jahre hatte Mercedes Geld bezahlt, damit die Eventagentur IMG aus New York in Berlin Modenschauen organisierte. Sollte damit jetzt Schluss sein? Blieben in Berlin nur noch die Messen übrig, die zwar gut fürs Geschäft, aber unsexy für die Außenwirkung der Modestadt Berlin sind?
Doch nun gibt Mercedes Benz das Geld der Berliner Eventagentur Nowadays, die in Berlin Modenschauen unter dem gleichen Logo und Namen organisiert. Neu ist eigentlich nur, dass die Fashion Week jetzt kurz MBFW heißt, was aber wie vorher für Mercedes Benz Fashion Week steht. Für Außenstehende klingt das wie ein interner Austausch von Geschäftspartnern. Aber dadurch, dass die Modewoche nun komplett von Berlin aus organisiert wird, könnte die Veranstaltung an Profil gewinnen und nicht mehr so wahllos daherkommen.

Damir Doma - der kroatische Designer ist so etwas wie das Highlight der Fashion Week

Das Programm jedenfalls ist schon mal dichter. Es ist jetzt auf drei statt vier Tage komprimiert, findet also parallel zu Messen wie Premium und Panorama und den kleineren Formaten wie der grünen Ethical Fashion Show und der Skatermesse Bright statt. Und weil ja Mercedes Benz für die Absage an die alte Fashion Week ausdrücklich als Grund genannt hatte, in Zukunft den Nachwuchs fördern zu wollen, gibt es jetzt den „Fashion Hab“ im Berghain. Das ist zwar nicht die erste Modenschau, die im Club stattfindet, aber die erste größere Veranstaltung. Bisher hatten sich die Berghain-Macher dagegen gesträubt, ihren Namen für eine zu kommerzielle Veranstaltung herzugeben. Vielleicht sind sie wegen Damir Doma weich geworden. Der kroatische Designer ist so etwas wie das Highlight der Fashion Week – ein Anfänger ist er allerdings ganz sicher nicht.
Doma wuchs am Chiemsee auf, studierte in München und Berlin, seine Karriere begann er vor zwölf Jahren in Paris, wo er großen Erfolg hatte. Jetzt lebt er in Mailand, zeigt dort seine Männer- und Frauenlinie. Für ihn fühlt sich sein Auftritt in Berlin richtig an, auch, weil seine Entwürfe im Berghain getragen werden.
Genug zu sehen gibt es ab Dienstag in Berlin auf jeden Fall – auch für nicht geladene Gäste. Zum ersten Mal gibt es vor dem E-Werk, dem Veranstaltungsort der MBFW, eine Leinwand auf der jeder die Schauen live mitverfolgen kann.