Die Kollektionen von dyn und Mads Dinesen

Seite 2 von 2
Fashion Week Berlin : Designer für Männermode sind in Aufbruchstimmung
Regina Lechner

Die Tendenz, dass Designer heute weitergehen können und sollen, bestätigt Frida Homann, die mit ihrem Label dyn heute das erste Mal im Zelt am Brandenburger Tor zeigt. „Die verrücktesten Teile verkaufen sich immer am besten“, so die Erfahrung der Designerin. Ihre Entwürfe werden oft als avantgardistisch bezeichnet, dabei findet sie sie selbst sehr alltagstauglich. Ihre Zielgruppe bezeichnet sie als „modeaffine Männer, die junge Labels im Blick haben und darauf warten, dass etwas Neues kommt.“

Eine Altersgrenze sieht sie da nicht: „Im Kern sind die Käufer zwischen 25 und 35, aber gerade die Anzüge können auch von Älteren getragen werden.“ Für das Lookbook zu ihrer letzten Kollektion wählte Homann ein Model mit sehr weiblichen Zügen. Jetzt will sie aber markantere Gesichter zeigen. „Die Models müssen außerdem sehr groß sein, damit sie die Entwürfe richtig ausfüllen“, sagt sie. Homann orientierte sich am Studio 54, herausgekommen ist eine glamouröse Garderobe, unter anderem aus Samt, Leder und Fell. Sehr eng sollen die Anzüge anliegen, „fast wie eine Rüstung“, wie sie sagt.

Fashion Week in Berlin
In Berlin hat am Dienstag die Fashion Week begonnen. Bei den Laufstegschauen am Brandenburger Tor zeigen bis zum Freitag rund 50 Designer ihre Entwürfe. Sehen Sie hier die Highlights der Schauen und Messen. Designer Michael Michalsky hat zum Abschluss der Berliner Modewoche mit prominenten Gästen auf und vor dem Laufsteg seine traditionelle StyleNite gefeiert. So präsentierten unter anderem Topmodel Eva Padberg die tragbare und klassische Mode für kommenden Herbst und Winter am Freitagabend im Tempodrom in der Hauptstadt.Weitere Bilder anzeigen
1 von 115Foto: dpa
15.01.2014 15:36In Berlin hat am Dienstag die Fashion Week begonnen. Bei den Laufstegschauen am Brandenburger Tor zeigen bis zum Freitag rund 50...

Menswear-Designer sind auf dem Boden geblieben

Von den Outfits von Demonstranten ließ sich Mads Dinesen inspirieren, der heute im Zelt zeigt. Zu schwarzen Kapuzenpullovern voller Aufnäher und Stickereien kommen Ethno-Elemente wie eine Kette aus Taubenfedern. Eine „spirituelle Ebene“ will er dadurch in seine Kollektionen bringen.

Wie Zigerli UdK-Absolvent, bekam schon seine Abschlusskollektion große Aufmerksamkeit und wird gerade im Centraal Museum in Utrecht ausgestellt, neben Maison Martin Margiela und Issey Miyake. „Basics zu entwerfen, fällt mir schwer“, sagt der Däne, der als ein Hoffnungsträger der Berliner Menswear-Avantgarde gilt. Aber er sagt auch: „Ich mache das ja nicht aus Spaß. Das soll schon jemand tragen.“

Die Menswear-Designer sind auf dem Boden geblieben. Der Mann, den sie 2014 präsentieren, ist stark, unabhängig, hat einen eigenen Stil. Auch wenn anderswo über die Einführung von Männerquoten und Männerbeauftragten diskutiert wird: In der Berliner Mode erkämpfen sich die Männer gerade ihren Platz.

0 Kommentare

Neuester Kommentar