MCM x Eddie Kang : Auf den Hund gekommen

Der koreanische Künstler Eddie Kang und die deutsche Luxus-Marke MCM machen gemeinsame Sache.

Alexandra Kutek
Bereits mit sieben Jahren wusste Eddie Kang, dass er wie seine Mutter Maler werden würde.
Bereits mit sieben Jahren wusste Eddie Kang, dass er wie seine Mutter Maler werden würde.Foto: Franziska Krug/ Getty Images for MCM

Manchmal reicht ein Hund, um einen Künstler auf gute Ideen zu bringen. So einen hatte Eddie Kang. Er hieß Loveless, was so viel wie ungeliebt bedeutet. Diesen Namen hatte er nicht ohne Grund, denn der Hund war seltsam. Er bewegte sich kaum, schaute grimmig und hasste es, berührt zu werden. Loveless wurde von seinem ersten Besitzer schwer misshandelt. Kang nahm den Hund auf und pflegte ihn bis zu seinem Tod.

Nun ziert Loveless als Comic-Figur die Lederaccessoires der Luxus-Marke MCM. Für eine limitierte Kollektion kooperiert der koreanische Maler Eddie Kang mit dem deutschen Unternehmen. MCM-Klassiker, wie etwa die Shopper-Handtasche, sind mit Kangs bunten und verspielten Bildern dekoriert. Und eine Mission hat der Künstler mit seiner Kollektion unter dem Titel „Loveless“ natürlich auch noch: Kang ruft dazu auf, Haustiere zu adoptieren statt zu kaufen.

Mit der Kooperation will MCM seinen Hip-Faktor auffrischen

In seinem Heimatland Südkorea wird Eddie Kang für seine kitschige Mischung aus Comic und Animation wie ein Popstar gefeiert. Seine Kunst jetzt mit den Accessoires von MCM zusammenzubringen, ist für den 38-Jährigen aufregend. „Mit einer etablierten Modemarke zu kooperieren, eröffnet mir eine größere Konsumentengruppe“, sagt Kang.

Die gemeinsame Kollektion soll also die Begehrlichkeit auf beiden Seiten steigern. Ein Win-Win-Geschäft. Denn auch MCM will mit der Kollektion seinen Hip-Faktor auffrischen. Nicht nur, dass sich asiatische Trends auch in der westlichen Kultur immer mehr durchsetzen, MCM ist inzwischen auch ein südkoreanisches Label unter der Leitung der cleveren Geschäftsfrau Sung-Joo Kim. Die in den 80er Jahren entwickelten Handtaschen mit dem aufgedruckten prägnanten Logo haben einen hohen Wiedererkennungswert. Doch um auf dem Markt relevant zu bleiben, erfordert nun mal Kollektionen, die immer wieder mit den vielen Herstellern von It-Bags um Aufmerksamkeit buhlen.

Erst vergangenes Jahr hat MCM mit König Souvenir, der Marke der Berliner König Galerie, eine gemeinsame Kollektion entworfen. Zuvor kooperierte das Unternehmen mit dem deutschen Bildhauer Tobias Rehberger und dem Street-Art-Künstler Stefan Strumbel.

Dass sich Modemarken mit Künstlern zusammentun, ist wahrhaftig keine neue Erfindung. Vergangenes Jahr präsentierte das französische Luxuslabel Louis Vuitton eine Taschenkollektion, die gemeinsam mit dem US-amerikanischen Künstler Jeff Koons entstanden ist. Von der "Speedy"-Handtasche bis zur Geldbörse, auf das Leder hat der Künstler Motive der klassischen Malerei wie die Mona Lisa, van Goghs Weizenfelder mit Zypressen oder Monets Seerosen aufdrucken lassen.

Die Kollektion Edition wird in der beeindruckenden Fenstergalerie des KaDeWe präsentiert. 
Die Kollektion Edition wird in der beeindruckenden Fenstergalerie des KaDeWe präsentiert. Foto: Franziska Krug/ Getty Images for MCM

Kunst und Mode passen gut zusammen.

Schon seit 2002 hatte Louis Vuitton auch mit dem japanischen Künstler Takashi Murakami zusammengearbeitet. Und auch andere Luxushäuser lassen sich die Gelegenheit nicht entgehen, ihre Produkte mit fremder Kunst aufzuwerten: Für Dior entwarf 2011 der deutsche Künstler Anselm Reyle eine gesamte Accessoire-Kollektion. Chef-Designer Alessandro Michele beauftragte vergangenes Jahr Helen Downie, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Unskilled Worker, Gucci-Designs mit ihren gemalten Porträts und floralen Mustern zu verbinden. Nicht selten sind die Kollektionen limitiert und ein bisschen teurer. Das schafft Begehrlichkeit. Kunst und Mode passen scheinbar gut zusammen: Leder statt Papier, Kaufhaus statt Galerie, das scheint heute keinen großen Unterschied mehr zumachen.

Die limitierte Kollektion ist online erhältlich und wird bis zum 18. März im Erdgeschoss des KaDeWe sowie in seinen Schaufenstern in der Tauentzienstraße 21-24 in Berlin präsentiert.