Tagesspiegel-Podcast „Sind wir uns einig?" : Wie die Industrie zurück nach Sachsen findet

Die Wirtschaft im Osten war nach der DDR am Boden. Zeitzeugen diskutieren, wie alte und neue Betriebe in der Region langsam wieder zum Westen aufschließen.

Zusammengewachsen oder nur zusammengeflickt? Darum geht es in „Sind wir uns einig?“.
Zusammengewachsen oder nur zusammengeflickt? Darum geht es in „Sind wir uns einig?“.Illustration: Felix Möller

Schluss mit den Traditionen. Erst kürzlich rollte im VW-Werk in Zwickau der letzte Verbrennungsmotor vom Band. Von nun an wolle man in der viertgrößten Stadt Sachsens nur noch auf Elektroautos setzen. Fast vergessen ist da die Zeit Anfang der Neunzigerjahre, als die Automobilindustrie in der Region nach dem Ende DDR fast komplett am Boden war – genauso wie viele andere Betriebe im Osten Deutschlands.

In der dritten und finalen Folge unserer Podcastreihe „Sind wir uns einig?“ blicken wir auf Sachsen. Nach den Episoden zu Berlin und dem Ruhgebiet ergründen Zeitzeugen diesmal, welche Auswirkungen die Einheit auf die einst so industriestarke Region im Osten Deutschlands hatte.

Was versuchten die Unternehmen, um auf dem freien Markt mit der Konkurrenz im Westen und Ausland mitzuhalten? Wie reagierten die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen auf die Veränderungen? Wie viele von Ihnen gingen in den Westen, weil sie keine Zukunft mehr in ihrer Heimat sahen? Und was passierte mit jenen, die sich trotzdem entschieden zu bleiben?

Die Autorin Constanze John erzählt davon, wie es der Kohleindustrie in Sachsen nach der Einheit erging. Zwickaus ehemaliger Oberbürgermeister Rainer Eichhorn erinnert daran, wie in seiner Stadt die Trabbi-Produktion zu Grunde ging und neue Wege erschlossen werden mussten.

Die Gewerkschafterin Iris Kloppich beschreibt, wie sich in den Neunzigern neue berufliche Chance eröffneten. Und wie sich gleichzeitig im Osten Deutschlands viele von Weiterbildung zu Weiterbildung hangeln mussten, ohne jemals irgendwo richtig anzukommen.

Als Vierte in der Gesprächsrunde analysiert die Historikerin Eva Schäffler vom Institut für Zeitgeschichte in München, wie vor allem Frauen als Langzeitarbeitslose gezwungen waren, sich nach dem Ende der DDR neu zu orientieren. 

Drei Folgen zu Berlin, dem Ruhrgebiet und Sachsen

„Sind wir uns einig?“ ist eine Koproduktion des Tagesspiegels, der Deutschen Gesellschaft und der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ der Bundesregierung produziert. Wir präsentieren den Podcast hier in leicht gekürzter Form.

Die bereits veröffentlichten Folge zu Berlin und dem Ruhrgebiet können Sie entweder direkt hier oder auf allen größeren Podcastplattformen wie Spotify und Apple Podcasts nochmal nachhören. Weitere Podcastproduktionen des Tagesspiegels finden Sie hier.

Alle Teile der Podcast-Reihe werden von Korbinian Frenzel, Sprecher bei Deutschlandfunk Kultur, moderiert. Mit ihren lebhaften Debatten zeigen sie auf vielfältige Art, wie einig sich Deutschland inzwischen ist oder eben noch nicht. Und dass es sich immer lohnt, sich gegenseitig zuzuhören, wenn man sich verstehen will. (Tsp)

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