Lob und Tadel: Warum Küblböck nicht so einfach aufgibt

Seite 2 von 3
Let's Dance : Daniel Küblböck versucht das Comeback
Keiner von der Stange. Daniel Kübelböck polarisiert und provoziert: sowohl Fanpost wie Morddrohungen.
Keiner von der Stange. Daniel Kübelböck polarisiert und provoziert: sowohl Fanpost wie Morddrohungen.Foto: Breuel-Bild/Daniel Hinz

Küblböck ist Anfeindungen gewohnt, er kennt Hasstiraden und Morddrohungen. Kann er denen, die ihn nicht mögen, nicht einfach egal sein, fragt er sich einmal. Kann er offenbar nicht.

Jetzt also Tanzen. Beim Training in Wilmersdorf versucht er Cha-Cha-Cha. Diplomatisch formuliert: Der Grundschritt sitzt. „Herr Küblböck, haben Sie in den letzten Tagen mal gedacht: Oh weh, da habe ich mich übernommen?“

„Ich bin keiner, der sich so schnell übernimmt und einknickt. Ich mach das einfach.“

2004 geht er ins Dschungelcamp, noch so eine neuartige Sendung damals. Küblböck liegt im Glassarg und wird mit 30 000 Kakerlaken übergossen, bekommt einen Weinkrampf, aber hält durch. Heute sagt er, die Verantwortlichen hätten ihm damals zentrale Informationen über das Format der Sendung vorenthalten. Man habe ihm lediglich mitgeteilt, dass Prominente im Dschungel an einem Lagerfeuer säßen und die Zuschauer dadurch Gelegenheit bekämen, „so ein bisschen die Persönlichkeiten kennenzulernen“. Klang gut, und Küblböck dachte sich wieder: „Okay, mach ich da jetzt einfach mal mit.“ Als die ersten Kakerlaken auf ihn niederprasselten, sei er „völlig perplex“ gewesen.

So ist das im System Küblböck. Wo er auftaucht, gilt er als Paradiesvogel. Im Nachhinein wirkt er eher, noch ein Tiervergleich, wie ein geprügelter Hund.

Sein Film gilt als einer der schlechtesten aller Zeiten

Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs will Daniel Küblböck einen Film drehen. Er spielt darin die Hauptrolle, nämlich sich selbst. Das halbdokumentarische Werk heißt „Daniel, der Zauberer“ und wirkt so stümperhaft, als handele es sich um eine Produktion des offenen Kanals Eggenfelden. „Jede Einstellung umweht ein Hauch totaler Verzweiflung“, urteilt der Filmkritiker Nils Bokelberg. Die meisten Kinos setzen den Film schon in der ersten Woche ab, insgesamt sehen ihn keine 14 000 Menschen. Die „Internet Movie Database“ führt ihn zeitweise als schlechteste Produktion, die je gedreht wurde.

Egal. Daniel Küblböck, das deutsche Stehaufmännchen.

Otlile Mabuse, die Tanzlehrerin, unterrichtet sonst Kinder, ab sechs Jahren aufwärts. Worin besteht wohl der Unterschied, Kinder oder Daniel Küblböck zu trainieren? Na, den Kindern könne sie knallhart sagen, was die alles falsch machten, und dann später loben, wenn sie sich gebessert haben, sagt Mabuse. Bei Daniel müsse sie stets mit Lob beginnen, mit etwas Positivem, um ihn zu motivieren. Und um anschließend zu sagen, was er vielleicht noch besser hinkriegen könne.

Im Lauf der Jahre probiert Küblböck diverse Musikgenres durch. Nach einer langen Popphase steigt er zwischenzeitlich auf Jazz um. Er geht auch zu „Big Brother“. Er versucht es mit einem eigenen Comic. Küblböck verkörpert darin einen Superhelden. Nach drei Monaten wird die Reihe „Super-Dan“ eingestellt.

2014 möchte Daniel Küblböck für Deutschland beim Eurovision Song Contest antreten. Um das zu dürfen, muss er erst den deutschen Vorentscheid gewinnen. Um dort starten zu können, muss erst seine Bewerbung angenommen werden. Das passiert nicht. Noch schlimmer: Küblböck erhält nicht mal eine Absage. Das ärgert ihn. Wie auch das Klima in Deutschland, das Menschen vom Verfolgen eigener Träumen abhalte, von den großen Projekten. In den USA werde gelobt, wer sich etwas vornehme.