Tagesspiegel BERLINER : "Wir waren streng, aber auch sehr nett"

Die neue Ausgabe des Magazins Tagesspiegel BERLINER ist da. Sie erzählt von Freiheit - und was passiert, wenn man zu viel davon hat. Oder zu wenig.

Coverillustration: Frank Höhne

Die vierte Ausgabe des Tagesspiegel BERLINER erzählt von Freiheit. Zu viel davon hat der Protagonist unserer Titelgeschichte. Finn-Ole Heinrich und Dita Zipfel erzählen die wahre Geschichte ihres Freundes, der ein Startup gründete, reich wurde und nun vor einer Sinnkrise steht. Sein Dilemma: Was macht man, wenn man nichts mehr muss? Der Protagonist der Geschichte, sagt: „Vielleicht denken Leute, meine jetzige Situation wäre perfekt: Mitte Dreißig, erfolgreiches Unternehmen aufgebaut, ausgestiegen, ausgesorgt. Aber das Ziel war nie, zu arbeiten, um nie wieder arbeiten zu müssen. Jetzt steh ich wirklich vor der Frage, was ich mit meinem Leben anfangen will.“

Der Tagesspiegel BERLINER ist mit 64 Seiten am 18. November 2017 in der Sonnabendausgabe des Tagesspiegels erschienen - und wird zusätzlich an mehr als 80 stilprägenden Orten der Stadt erhältlich sein. Als ePaper kann das Magazin unter diesem Link kostenlos gelesen und heruntergeladen werden.

Tagesspiegel BERLINER #4 - Blick ins Heft
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16.11.2017 15:22

Freiheit, die empfinden auch Lina Bembe, Olymp de G, Parker Marx, Katy Bit, Candy Flip, *spir@lena und Theo Meow, wenn sie tun, was sie am liebsten tun. Alle sind ganz normale, nette Berliner. Und sie drehen Pornos. Aber eben nicht die heterosexuellen Begattungsfantasien, die im Mainstream gang und gäbe sind. Sondern experimentelle, absurde, poetische, witzige, politische Szenen (Stichwort: Gelatinemasse!). „Unsere Zuschauer sollen Bedürfnisse und Fetische in sich entdecken und ihre Sexualität hinterfragen,“ sagen sie. „Dafür braucht es Grenzerfahrungen.“

 Anke Stein, die neue Leiterin der Justizvollzugsanstalt Moabit, ist wiederum so etwas wie eine Fachfrau für Unfreiheit. Sie weiß, was Freiheitsentzug mit Menschen macht. Im großen Interview erklärt sie die wichtigsten Regeln hinter Gittern und fasst zusammen: „Gefängnis heißt: Das Leben da draußen geht ohne Sie weiter.“

 Und das Leben geht weiter! Zum Beispiel in den Clubs. Die sind in Berlin ja wie durchfeierte Nächte: viel zu schnell vorbei. Wo eben noch getanzt wurde, stehen heute Baukräne. Für unsere Modestrecke haben wir aufregende Mode an den Orten fotografiert, an denen einst die aufregendsten Clubs residierten, von Ostgut bis Rio. Und wir sammeln Erinnerungen. Der Multigastronom Boris Radczun erzählt zum Beispiel, wie er als Türsteher des Cookies mit den von ihm Abgewiesenen noch etwas trank: "Wir waren streng, aber auch sehr nett."

Außerdem in unserem "Magazin für Berlinerinnen und Berliner weltweit": Meret Becker erzählt, wie sie einmal bei einem Auftritt in vollkommener Dunkelheit flach auf den Boden sank, die Arme ausbreitete und Freiheit empfand. Rosa von Praunheim schweigt sich in eine transzendente Schwere. Und der Komiker Peter Wittkamp erklärt, wie der Berliner Winter vermutlich wieder wird (ohne zu viel zu verraten: sehr grau!).

Passend zum Herbst empfiehlt der BERLINER außerdem fantastische Berliner Essenskreationen (Gourmet-Popcorn!), die besten neuen Bücher, Lieder und Ausstellungen der kommenden Wochen, kurz: alles, was man in Berlin wissen muss. 

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