Der ehemalige Nationalspieler Thomas HitzlspergerFoto: dpa

Thomas Hitzlsperger

Thomas Hitzlsperger ist ehemaliger Profi-Fußballspieler und setzt sich seit langem gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und rechtsextreme Gewalt ein. Er ist der erste ehemalige Bundesliga-Fußballer, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt hat. Mit seinem Outing hat er den gesellschaftlichen Diskurs über Homophobie weltweit vorangetrieben.

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    O-Töne 1, 2, 4, 5 Thomas Hitzlsperger, Sportvorstand VfB Stuttgart- 'Für mich ist es eine große Aufgabe. Ich habe Respekt davor.'- 'Ich nehme viel Energie mit, die hoffentlich jeden anstecken kann.'- 'Es kann nur das Ziel Ligaerhalt geben'- 'Der Draht zu Markus (Weinzeirl) ist sehe sehr gut. Mit den 13 ausstehenden Spielen ist das kein hoffnungsloses Unterfangen.'O-Töne 3+6, Wolfgang Dietrich, Präsident und Aufsichtsratschef VfB Stuttgart- 'Wir sind schneller in eine sportlich schwierige Situation gekommen als wir gedacht haben. Es ist keine Entscheidung gegen Michael Reschke.'- 'Die typische Reaktion wäre der Trainer gewesen. Wir haben uns für eine andere Lösung entschieden, weil wir davon überzeugt sind, dass sie für den VfB Stuttgart die bessere ist.'SID tkweitere Informationen:Stuttgart/München (SID) Von der Größe der Aufgabe lässt sich Thomas Hitzlsperger nicht schocken. Im blauen Pullover, oft lächelnd und mit demonstrativer Gelassenheit nahm der Ex-Nationalspieler die Rettungsmission beim VfB Stuttgart in Angriff. 'Es ist kein hoffungsloses Unterfangen. Wir haben genug Möglichkeiten, die müssen wir ausschöpfen', sagte der 36-Jährige wenige Stunden, nachdem er den entlassenen Michael Reschke als Sportvorstand beerbt hatte. Mit Hitzlsperger verbinden die Schwaben nun den Wunsch, den dramatischen Absturz der letzten Wochen zu stoppen und einen weiteren Abstieg zu verhindern. Als erste Maßnahme stärkte Hitzlsperger dem arg wankenden Trainer Markus Weinzierl den Rücken. 'Das Wichtigste ist, für den Trainer da zu sein. Der Draht zu Markus ist sehr, sehr gut, das hat er auch schnell gespürt', sagte Hitzlsperger, der bisher Präsidiumsmitglied und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums war und einen Vertrag bis zum Sommer 2022 erhält. Die Kritik an Vorgänger Reschke war in den letzten Wochen und Monaten immer größer geworden, das Aus am Dienstag kam aber dennoch plötzlich. 'Ich habe Verständnis', sagte Reschke, bevor er den krisengeplagten VfB hinter sich ließ. Er fügte an: 'Fakt ist, dass die Summe meiner Entscheidungen aktuell nicht zum gewünschten und erwarteten Ergebnis geführt hat.' Reschke (61) war im Sommer 2017 zu den Stuttgartern gestoßen, zuvor hatte er jahrelang als Kaderplaner bei Fußball-Rekordmeister Bayern München und Bayer Leverkusen gearbeitet. Sein Wirken beim VfB war vor allem vom Anhang mit Argwohn begleitet worden. In Misskredit brachte ihn zunächst die Entlassung von Aufstiegstrainer Hannes Wolf, den er durch Tayfun Korkut ersetzte. Nach einem zwischenzeitlichen Hoch unter Korkut und Platz sieben am Saisonende 2017/18 folgte eine erneute Krise. Einen Tag, bevor Weinzierl als Coach kam, wollte Reschke von einem Wechsel nichts wissen - dies ließ sein Ansehen ebenfalls schwinden. Doch auch Weinzierl hat die Wende nicht geschafft und steht nach vier Monaten mit einer desatrösen Bilanz da. Der VfB ist mit 15 Punkten auf Rang 16 klassiert und hat Glück, dass Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg bisher noch schlechter waren. Am kommenden Samstag gegen RB Leipzig ist nun ein Signal der Mannschaft nötig. 'Die nächsten 13 Spiele werden hart', sagte Hitzlsperger, 'aber ich wäre fehl am Platz, wenn ich nicht optimistisch wäre.' Er verwies nochmals auf den 0:3-Offenbarungseid am Sonntag bei Fortuna Düsseldorf. 'Düsseldorf war deutlich, so können wir nicht weitermachen. Es geht knallhart an die Analyse', sagte er. Die Stuttgarter stellen mit 47 Gegentoren die schwächste Defensive und haben fünf der letzten sechs Bundesligaspiele verloren, eigentliche Führungsfiguren wie Mario Gomez, Christian Gentner oder Holger Badstuber sind völlig außer Form. Reschke lag auch mit einer Reihe von Transfers daneben - bei Ausgaben von knapp 50 Millionen Euro. 'Der Aufsichtsrat war nicht mehr überzeugt davon, dass in der bestehenden Konstellation die notwendigen Kurskorrekturen vorgenommen werden können', sagte VfB-Präsident Wolfgang Dietrich. Hitzlsperger nannte er 'einen Fachmann, der nicht nur Sportkompetenz und die Nähe zum aktiven Profifußball mitbringt, sondern auch die notwendige Führungsqualität'. In Markus Gisdol und Felix Magath waren am Cannstatter Wasen in den vergangenen Tagen bereits prominente Feuerwehrleute als Nachfolger für Weinzierl gehandelt worden. Auch der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann war beim VfB als Retter ein Gesprächsthema. Jetzt soll es Hitzlsperger richten. 'Ich freue mich sehr auf diese großartige Aufgabe', sagte er. Mal schauen, wie lange die Freude anhält. mehr

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