Kommunikation und Medien : Powerhaus am Kleistpark

Das Medienhaus der UdK Berlin ist der Ort, an dem künstlerische Prozesse experimentierfreudig ihren Raum finden.

Marina Dafova
Vom Spiel zur Kunst. Das studentische Café lässt für kurze Zeit den Kopf frei werden.
Vom Spiel zur Kunst. Das studentische Café lässt für kurze Zeit den Kopf frei werden.Foto: Marcus Witte

Macht man einen Spaziergang durch Berlin, um zum Rundgang die künstlerische Arbeit der UdK Berlin zu sehen, entdeckt man, wie sehr die Hochschule mit ihren 20 Standorten in der Stadt verwoben ist. Ein dominantes Gebäude steht in Schöneberg, am Kleistpark. Das ist das Medienhaus, ein weiterer Sitz der Fakultät Gestaltung, mit drei Studiengängen: Visuelle Kommunikation, Kunst und Medien und auch Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation.

Ein Blick zum Stammbaum der UdK Berlin zeigt uns die Vorgängerin des Medienhauses: die Königliche Kunstschule zu Berlin, die 1869 zwei Jahre vor der Reichsgründung öffnete, fast zeitgleich mit dem Berliner Kunstgewerbemuseum – für die Moderne von großer Wichtigkeit. Martin Gropius, Architekt unter anderem des nach ihm benannten Museums und Großonkel von Bauhaus-Gründer Walter Gropius, war erster Direktor der Schule. Das semi-monumentale Gebäude – angelehnt an das in der Hardenbergstraße – wurde 1920 von der frisch umbenannten Staatlichen Kunstschule bezogen. Sie bildete seinerzeit Zeichenlehrer und Kunsterzieher aus und tat das auch während des Nationalsozialismus. Das Gebäude überlebte den Krieg, im Herbst 1945 wurde wieder unterrichtet – die Schule war nun Teil der Hochschule für bildende Künste in der einmal mehr umstrukturierten Bildungslandschaft der Stadt.

Laboratorium, Spiel- und Experimentierfeld

Heute gibt es hier Fachklassen für Grafikdesign, Illustration, Visuelle Systeme, Ausstellungsgestaltung, New Media, für narrativen und auch für experimentellen Film, Interaktive Systeme und vieles mehr. Die großzügigen, lichten Räume auf drei Etagen sind ein Laboratorium, ein Spiel- und Experimentierfeld. Gearbeitet wird nicht nur in der eigenen Disziplin, „Methodenanarchismus“ (Paul Feyerabend) ist Programm. Um den künstlerischen Prozess geht es hier und den Spaß daran. Das wichtigste Anliegen ist, Studierende dazu zu ermutigen, mit allen Mitteln, in allen künstlerischen Sprachen, mit allen nur denkbaren Kollaborateuren aus den an der Hochschule versammelten Künsten zu beobachten, zu experimentieren, zu entdecken, Fehler zu machen, zu lernen. Und zu staunen. Eine Momentaufnahme davon zeigen an diesem Wochenende die Arbeiten in vielfältigster Gestalt: Plakate, Bücher, Experimentalfilme oder Installationen. Das Medienhaus ist ein Powerhaus, für die Studierenden – und für die Lehrenden.

Der Studiengang Visuelle Kommunikation und das Medienhaus werden in einer kürzlich erschienenen bild- und materialreichen Publikation vorgestellt: „Wenn und aber. Visuelle Kommunikation an der UdK Berlin“, Hg. Institut für Transmediale Gestaltung, Projektleitung: David Skopec, Verlag der UdK Berlin, 2019.

Ausstellung mit Abschlussarbeiten

Zum ersten Mal zeigt das Medienhaus während des UdK-Rundgangs in einer gemeinsamen Ausstellung die Arbeiten der Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Visuelle Kommunikation.

In der Aula und im Foyer sind die Bachelor-, Master- und Meisterschüler-Abschlussarbeiten der Klassen Bewegtbild (Anna Anders), Design für Wirtschaft und Werbung (Uwe Vock), Grafikdesign/Kommunikationsdesign (Fons Hickmann), Illustration (Henning Wagenbreth), Raumbezogenes Entwerfen und Ausstellungsgestaltung (Gabi Schillig), Visuelle Systeme (David Skopec) und die New Media Class (Joachim Sauter) zu sehen. In fast allen Räumen sind weitere Abschlussarbeiten der Klassen und Studiengänge ausgestellt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar