Kochinsel „SQR“ : Alles in einem

Man sieht dem Tisch seine Funktion nicht an - dabei verbirgt sich in ihm eine komplette Küche. Daniel Pracht setzt mit dem Küchenblock „SQR“ Akzente.

Das Design der Säule und die Ausmaße der Tischplatte lassen sich individuell variieren.
Das Design der Säule und die Ausmaße der Tischplatte lassen sich individuell variieren.Foto: Bodi interiors

Man sieht ihm seine Funktion nicht an. Für den Betrachter ist SQR ein quadratischer Tisch von beachtlichen Ausmaßen (132 x 132 Zentimeter), der auf einem Sockel ruht, mehr nicht. Leicht umziehen lässt sich mit diesem Möbel nicht, denn es bringt 280 Kilogramm auf die Waage. Also doch mehr als nur ein Tisch? Der Schöpfer, Daniel Pracht, stammt aus einer Schreinerfamilie. Nach dem Abitur wollte er studieren und hat dann mit 25 doch selbst eine Schreinerlehre gemacht - und gemerkt: „Das ist es.“ Dieser „Tisch“ SQR hat es in sich, denn in ihm verbirgt sich eine komplette Kücheneinrichtung.

Neue Wohnungen werden immer kleiner, auch im gehobenen Segment, und die Grenzen zwischen Küche und Wohnbereich verschwimmen zunehmend. Prachts Küchenblock bietet dazu eine Lösung. Zunächst ist der Tisch auch als Esstisch, Arbeitsplatz oder Ort der Kommunikation zu nutzen. Da die Platte auf der Säule ruht, ist genügend Raum, um sich mit einem Stuhl daran zu setzen. Über einen diskreten Sensor kann durch leichte Berührung der Tisch gesenkt oder hochgefahren werden. Die niedrigste Position beträgt 40 Zentimeter, die höchste 116 Zentimeter. Durchschnittlich 72 Zentimeter ist die die normale Arbeitshöhe. So kann der Tisch auf die verschiedenen Bedürfnisse eingestellt werden.

Unter dem Kochfeld sind schmale Schubladen versteckt

„Ein Elektromeister und ein Freund aus dem Maschinenbau haben mir geholfen, die Technik zu entwickeln. Der Antrieb wurde eigens für dieses Modell entwickelt und viele Kabel in dem Schacht müssen ja jede Bewegung mitmachen“, erzählt Pracht. Es war natürlich auch von Vorteil, die elterliche Schreinerei im Hintergrund zu wissen, in der er den Prototyp entwickeln konnte. Inzwischen ist er serienreif, wenngleich immer noch viel Handarbeit in dem Möbel steckt.

Über das Sensorfeld lässt sich auch das Ceranfeld von Schott (124 x 60 Zentimeter) mit vier Kochflächen ausfahren - nun erkennt man erst den Küchenblock in seiner wahren Funktion. Und so lässt sich das Kochfeld wie von Zauberhand wieder einfahren. Drei schmale Schubladen sind unter dem Kochfeld versteckt. Unter der Tischplatte sind noch Steckdosen, USB- und HDMI-Anschlüsse verborgen. An alles ist gedacht. Legt man sein Mobiltelefon in die Nähe eines schwarzen Punktes, lässt es sich mühelos aufladen. Zwei kleine und eine große Schublade bieten Raum für Gewürze und Kochutensilien.

Acht Personen können an dem Tisch bequem Platz nehmen

Die Tischplatte besteht aus einer Ober-, Unter- und einer Trägerplatte. Die Platte selbst besteht aus zwei Elementen, die Naht sieht man aber nicht. Die Oberfläche ist mit dem Mineralwerkstoff Corian behandelt, der fugenlose unempfindliche Oberflächen garantiert. „Mein Vater hat gestaunt, als er dieses Möbel sah“, erzählt Daniel Pracht stolz. Mit diesem Küchenblock hat er seine Meisterprüfung absolviert und wurde in diesem Jahr mit dem Red Dot Design Award 2018 ausgezeichnet.

Acht Personen können an dem Tisch bequem Platz nehmen, wenn das Kochfeld eingefahren ist. Mit ausgefahrenem Kochfeld fürs Schaukochen finden immer noch sechs Personen rundherum bequem Platz.

Daniel Pracht hat nun mit BODI Interiors seine eigene Firma gegründet, um SQR in Handarbeit herzustellen. Was das Design der Säule oder die Ausmaße der Tischplatte angeht, kann das Unternehmen auf individuelle Bedürfnisse eingehen. Das hat natürlich seinen Preis, aber dafür bietet der SQR großen Komfort und erstklassige Materialien.

Mit diesem Objekt muss Pracht die Konkurrenz der großen Küchenmarken nicht scheuen, da sein Möbel auf Bedürfnisse einer sich wandelnden Gesellschaft reagiert - vorausgesetzt, man hat das nötige Kleingeld.

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