Leuchten von Umut Yamac : Punktlandung

Kinetik, Licht, Handarbeit – all das interessiert den englischen Designer Umut Yamac. Das Ergebnis ist eine leuchtende, wippende Vogelfamilie.

Die Vogellampe „Perchlight“ von Umut Yamac für moooi gibt es in diversen Ausführungen.
Die Vogellampe „Perchlight“ von Umut Yamac für moooi gibt es in diversen Ausführungen.Foto: Andrew Meredith

Seelenruhig sitzt der elegante Vogel auf seiner Messingstange. Aus dem gleichen Metall besteht auch der konisch geformte Schnabel. Der Körper sowie die stilisierten Beine und Flügel sind aus synthetischem Archivpapier gefertigt. Und der lange, fast senkrechte Schwanz endet wiederum in einer Messingspitze.

Ein ungewöhnlicher Vogel –  dessen Form ein wenig an eine Concorde erinnert. Fast wirkt es, als habe sich sein Schöpfer vom Origami, der japanischen Kunst des Papierfaltens, inspirieren lassen. Mit seinen spitz zulaufenden kleinen Messingfüßchen ruht das Tier auf zwei Kontaktknöpfen, die an der Sitzstange befestigt sind. Vielleicht ein Papagei, der sich mit seinen Klauen um einen Ast krallt? Oder entspringt der filigrane weiße Vogel allein der Phantasie seines Schöpfers Umut Yamac, der Körper und Schwanz ein wunderbar warmes Leuchten eingehaucht hat? Der Messingschnabel reflektiert das Licht, die Flügel dämpfen es nach oben. Gibt man dem Piepmatz en passant einen kleinen Stoß, wippt er dezent hin und her – und leuchtet trotzdem weiter vor sich hin.

„Perchlight“ wird aus synthetischem Papier und Messing in Handarbeit hergestellt.
„Perchlight“ wird aus synthetischem Papier und Messing in Handarbeit hergestellt.Foto: Andrew Meredith

Ein Spiel mit Licht und Bewegung, das Umut Yamac schon immer fasziniert hat. Der Londoner Architekt und Designer mit türkischen Wurzeln hat an der Bartlett School of Architecture UCL in London studiert und 2011 ein eigenes Studio eröffnet. Bereits während seines Studiums beschäftigte er sich wiederholt mit Kinetik und berichtet, seine Architekturfakultät sei schon immer sehr kunstnah gewesen; so habe er viele Freiheiten in alle Richtungen gehabt.

Die Objekte sind weitgehend kabellos, hier die Stehleuchte aus der Serie.
Die Objekte sind weitgehend kabellos, hier die Stehleuchte aus der Serie.Foto: Andrew Meredith

Hinter der Idee für „Perchlight“ – so heißt Umut Yamacs Vogellampenfamilie – steckt seine Faszination für die Balance. Und für Handwerk und Handarbeit. Letztere entdeckte er im Rahmen eines Architekturprojekts, bei dem sämtliche Fenster, Türgriffe und Schlösser von Hand gearbeitet wurden. Auch seine Lampe aus synthetischem Papier und Messing wird in Handarbeit hergestellt. Zunächst nur in einer Auflage von 20 Exemplaren, doch nun hat er für Marcel Wanders Label moooi eine ganze Familie entworfen: Wand- und Stehleuchten, Kronleuchter und mehrere Vögel in einer Reihe.

Die Objekte sind weitgehend kabellos. Der Strom fließt durch die Stange und über die spitzen Füße – die gleichzeitig das Wippen ermöglichen – in die Lampe. Ein kleiner Kontakt mit großer Wirkung. Schon ein Hauch genügt, um das leuchtenden Wesen zum Schwingen zu bringen.

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