Grindr, Tinder, MyDays : Verbraucherschützer kritisieren Verkauf persönlicher Nutzerdaten

Informationen über sexuelle Orientierung sowie etwa GPS-Daten seien zu Werbezwecken weitergegeben worden. Das sei ein Verstoß gegen europäisches Recht.

Nutzerdaten werden an andere Firmen weiterverkauft, kritisierte der Verbraucherrat in Norwegen.
Nutzerdaten werden an andere Firmen weiterverkauft, kritisierte der Verbraucherrat in Norwegen.Archivfoto: picture alliance/Franziska Kraufmann/dpa

Verbraucherschützer in Norwegen werfen den Betreibern mehrerer beliebter Apps vor, die persönlichen Daten ihrer Nutzer an Dritte zu verkaufen.

Vor allem die bei homosexuellen Männern beliebte Dating-App Grindr habe Informationen über die sexuelle Orientierung in Verbindung mit der IP-Adresse an mindestens 20 andere Firmen weitergegeben kritisierte der norwegische Verbraucherrat in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Damit verstießen die Betreiber gegen europäisches Recht.

Auch die GPS-Daten und Angaben zu Alter sowie Geschlecht seien zu Werbezwecken an mehrere Unternehmen weitergereicht worden. In der Kritik steht demnach auch die Dating-App Tinder, die laut dem Bericht Nutzerdaten mit mindestens 45 Unternehmen der Match Group teilte.

Auch die an Muslime gerichtete App Qibla Finder, die Perioden-App MyDays sowie die für Kinder konzipierte Anwendung My Talking Tom 2 sollen Daten weitergegeben haben.

Für den Bericht „Out of control“ („Außer Kontrolle“) hatten die Verbraucherschützer zehn Apps untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass „die Werbebranche systematisch gegen das Gesetz verstößt“.

20 Monate nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung würden die Verbraucher immer noch umfassend ausgespäht und hätten „keine Möglichkeit, in Erfahrung zu bringen, welche Unternehmen ihre Daten verarbeiten und wie sie gestoppt werden können“, kritisierte die Organisation.

Die Sicherheit von Handy-Apps ist in Berlin zuletzt Thema, als Datenschützer die Jelbi-App der BVG nun doch akzeptierten. Deren datenschutzkonformer Betrieb sei nach Überarbeitungen mittlerweile möglich, hieß es am Montag. Auch über die Sicherheit von Gesundheitsdaten in Patientenapps wird immer wieder diskutiert. (AFP)