Walther König zum 80. : Der Kronzeuge

Gute gemachte Bücher sind sein Elixier: Dem Kunstbuchhändler und Verleger Walther König zum 80. Geburtstag.

Walther König erhält einen Ehrenpreis 2017 in Köln.
Walther König erhält einen Ehrenpreis 2017 in Köln.Foto: imago/Horst Galuschka

Für solche Momente lohnt sich die ganze Mühe: 2017 erhielt „A. R. Penck. Rites de passage“ in Frankfurt den Preis für das schönste Buch des Jahres. Er war weder der opulenteste noch der teuerste Bildband – sondern schlicht ein sensationell gestaltetes Skizzenbuch aus dem Verlag der Buchhandlung Walther König.

Für König, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, sind gut gemachte Bücher ein Elixier. Seit 1961 umgibt er sich damit; zuerst als Lehrling in der Kölner „Bücherstube am Dom“ und ab 1968 im eigenen Geschäft, das später um eine Dependance und einen Postkartenladen erweitert wurde. Es waren Keimzellen kultureller Kooperativen, die von der einzigartigen Mischung profitierten, die damals im Rheinland herrschte: Nirgendwo sonst in der Republik war die Künstler- und Galeriendichte so hoch.

Walther und sein Bruder Kasper König nutzten die Chance. Während der 4. Documenta in Kassel präsentierten sie 1968 als Gebrüder König ihre ersten selbst herausgebrachten Bücher. Kasper verabschiedete sich bald, um einer der wichtigsten deutschen Kuratoren und Museumsdirektoren zu werden. Walther König, der 2017 den Ehrenpreis des Kölner Kulturpreises erhielt, hielt sich im Hintergrund, doch der Handel und die Produktion sorgfältig gemachter Bücher wie jüngst des Bestandskatalogs für das Museum Ludwig lassen ihn bis heute nicht ruhen. Obwohl sein Sohn Franz schon vor Jahren ins Unternehmen kam und die Geschäfte inzwischen leitet.

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König wächst, allen Prognosen zur Zukunft des Buches zum Trotz. Und immer noch bewegt man sich im Dunstkreis der Kunst. 2013 etwa übertrugen ihm die Staatlichen Museen Berlin sämtliche Shops in ihren Häusern. Eine Entscheidung, die Walther König an der Spree nicht bloß Freunde gemacht hat, weil die angestammten Buchhändler gehen mussten.

Überlagert werden solche Momente jedoch von der Lebensleistung eines Verlegers, der immer an die Verbindung von Text und Bild geglaubt hat. „Findet mich das Glück?“, hieß ein 2003 herausgebrachtes Künstlerbuch über das Schweizer Duo Peter Fischli und David Weiss, das sich als Bestseller über 300 000 Mal verkaufte. Dass das Glück Walther König in der Vergangenheit mehr als einmal gefunden hat, steht außer Zweifel.

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