"Als Handbuch zum BDSM ist dieses Buch garantiert nicht geeignet"

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Feminismus : Alice Schwarzer verteidigt SM-Roman "Shades Of Grey"

Das Buch taugt nach Ansicht von Experten allerdings nur bedingt als Inspiration für das eigene Sexleben. „Als Handbuch zum BDSM ist dieses Buch garantiert nicht geeignet“, sagte Silke Niggemeier vom Verein SMart-Rhein-Ruhr mit Verweis auf Praktiken wie Sadomasochismus und Fesselspiele (Bondage).

BDSM ist der politisch korrekte Begriff für Sexpraktiken, in denen die Partner einvernehmlich Formen der Dominanz und Unterwerfung genießen. Die Abkürzung steht für „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“. Nach Angaben von Silke Niggemeier sind die im Roman erwähnten Kabelbinder kein sicheres Utensil. Der Roman hebe aber sehr gut hervor, wie wichtig Kommunikation in sadomasochistischen Beziehungen sei.

Sicherer und einvernehmlicher Sex zwischen seelisch gesunden Partnern steht der Paar- und Sexualberaterin zufolge beim Sadomasochismus im Vordergrund. „Wir distanzieren uns jederzeit von jeglichem Missbrauch wehrloser und hilfloser Personen“, sagte sie. Neulinge sollten sich unbedingt vor ersten Experimenten fundiert informieren. Ihr Verein biete dazu in mehreren Städten Stammtische an, die auch Nichtmitgliedern offenstünden. Ungeachtet des großen öffentlichen Interesses an „Shades Of Grey“ ist Sadomasochismus laut der Vereinssprecherin noch weitgehend tabuisiert. „BDSMer haben sozusagen momentan gesellschaftlich ein ähnliches Standing wie Homosexuelle in den 60ern“, sagte die Sprecherin. dapd

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