Die Boeing war bei der Allianz versichert

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Update
Flugzeugunglück über Golf von Thailand : Wie konnte die Boeing so spurlos verschwinden?

Vermutungen, dass auch MH 370 einem Terroranschlag zum Opfer gefallen sein könnte, sind bisher reine Spekulation. Fest steht nur, dass die Boeing, die bei der Allianz versichert war, 41 Minuten nach dem Start von den Radarschirmen verschwand. Sie befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer Flughöhe von 35 000 Fuß (10 668 Meter) über dem Golf von Thailand. Das weit entfernt am Land stehende Radar kann die Flugzeuge hier nur in größerer Höhe, nicht aber in Bodennähe erfassen. Meldungen, wonach Suchflugzeuge eine auf dem Wasser treibende Flugzeugtür oder ein gekentertes Rettungsfloß entdeckt hätten, erwiesen sich als Irrtümer. Auch eine entdeckte Ölspur hat nichts mit der Maschine zu tun. Mysteriös ist, dass bei Anrufen auf den Mobiltelefonen von Passagieren und Besatzungsmitgliedern nach wie vor Klingeltöne zu hören sind.

Die Maschine könnte in der Höhe explodiert sein. Aber warum gibt es keine Spuren?

Das Verschwinden der Boeing erinnert an den Air France Flug 447, der am 1. Juni 2009 mit 228 Insassen auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris in den Südatlantik stürzte. Der Airbus A330 war ebenfalls in 35 000 Fuß Flughöhe in ein Unwetter geraten. Nach dem Ausfall der automatischen Flugsteuerung war es den beiden unerfahrenen Co-Piloten, die sich zu diesem Zeitpunkt allein im Cockpit aufhielten, nicht gelungen, die Maschine zu stabilisieren. Erste Trümmer der Maschine waren erst nach fünf Tagen gefunden wurden.

Eine Angehörige bricht zusammen, als sie von Betreuern empfangen wird.
Eine Angehörige bricht zusammen, als sie von Betreuern empfangen wird.Foto: dpa

Auf der Flugstrecke von MH 370 herrschte dagegen gutes Wetter und im Cockpit saß einer der erfahrensten Flugkapitäne von Malaysia Airlines. Auch hatte die Boeing nicht, wie damals der Airbus, zahlreiche automatisch generierte Fehlermeldungen an die Bodenstation übermittelt. Bei einem Triebwerksausfall, einem Brand oder einem technischen Defekt hätten die Boeing-Piloten ausreichend Zeit gehabt, einen Notruf zu funken. Selbst ohne Triebwerke ist ein Verkehrsjet in der Lage, aus größerer Höhe noch eine längere Strecke im Segelflug zu Boden zu gleiten. Das Ausbleiben einer Alarmmeldung könnte ein Indiz dafür sein, dass der Großraumjet – möglicherweise durch eine Explosion – in der Luft auseinanderbrach. Aber warum ist dann bisher kein einziges Teil in dem Gebiet gesichtet worden?

Eine Entführung ist unwahrscheinlich

Bleibt die Möglichkeit, dass Entführer die Besatzung am Funkverkehr gehindert hat. Aber kann eine entführte Maschine irgendwohin fliegen, ohne dass sie auf einem Radar einer Flugsicherung auftaucht? Sie könnte, wenn sie in 100 Metern Höhe das Radar unterfliegt. Das ist auch mit einer Boeing 777 möglich. Aber diese Maschine könnte wahrscheinlich nirgends landen, ohne dass dies bemerkt würde.

Alle Fragen bleiben offen, solange nicht ein Teil gefunden wird, das das Spektrum der Möglichkeiten eingrenzt.

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