Gesundheit : „Killerspiele“ verbieten? Diskussion im Tagesspiegel

Viola Zech

Blauer Himmel, Palmen, eine idyllische Wüstenstraße. Doch dann fährt ein Panzer vorbei, Maschinengewehre knattern, Menschen stöhnen und es werden Befehle gebrüllt. Amerikanische Soldaten schießen auf arabisch aussehende Männer, einer fällt tot um.

Dies ist kein Kriegsfilm, sondern die Grafik des Computerspiels „Battlefield 2“. Sollen Spiele wie dieses verboten werden? Über diese Frage diskutierten die Mitglieder des Tagesspiegel-Debattierclubs – und ließen sich von Florian Mies, einem bekennenden „Ballerspieler“, Spiele vorführen.

Malte Lehming, der die Meinungsseite des Tagesspiegels leitet, ist zu Gast. Sein Standpunkt: „Wenn nur die kleinste Gefahr besteht, dass unter 100 Menschen einer zum Mörder wird, nachdem er durch Killerspiele beeinflusst wurde, muss ein Verbot durchgesetzt werden.“

Nicht alle Teilnehmer sind seiner Meinung. „Es gibt keinen Beweis, dass Killerspiele die Gewaltbereitschaft erhöhen“, sagt Nicholas Taylor, Schüler der 11. Klasse. Auch Andreas Bloeß, Abiturient, ist gegen ein Verbot der Spiele: „Das lässt sich sowieso nicht durchsetzen. Im Internet ist alles zu haben.“ Florian Mies, zurzeit Wehrdienstleistender, gibt außerdem zu bedenken: „Ein Verbot macht die Spiele für viele noch attraktiver.“ Simon Wendroth, 12. Klasse, und Carsten Beister, 13. Klasse, sehen das anders: „Killerspiele sind gefährlich. Sie verändern den Spieler. Man sollte versuchen, ein Verbot durchzusetzen.“

In einem Punkt sind sich alle einig: Eltern müssen sich stärker einmischen. Simon Wendroth: „Viele Eltern wissen gar nicht, was ihre Kinder vor den Computern so machen.“

Der Debattierclub trifft sich einmal monatlich im Verlagsgebäude des Tagesspiegels, der nächste Abend – Thema: Arbeitsmarktpolitik – ist am 29. März (18 bis 20 Uhr). Schüler und Studenten sind willkommen, bitte anmelden bei rhetorik@tagesspiegel.de

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