Gesundheit : Nützen Vitaminpillen doch?

Ernährungsmediziner kritisiert dänische Studie

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Zwischen Ernährungsmedizinern ist ein Streit über die Frage entbrannt, ob Vitamine als Nahrungsergänzungsmittel möglicherweise die Lebenserwartung verkürzen können. Der Ernährungsmediziner an der Universität Hohenheim, Konrad Biesalski, hält eine vergangene Woche veröffentlichte entsprechende Studie für wenig seriös. Deren Ergebnis sei „mehr Populismus als Wissenschaft“, erklärte er jetzt.

Die Fachzeitschrift „Journal of the American Medical Association“ hatte eine Studie des Wissenschaftlers Goran Bjelakovic (Universität Kopenhagen) veröffentlicht, wonach die Vitamine A und E sowie Betacarotin möglicherweise die Lebenserwartung verkürzen. In einer zusammenfassenden Analyse hatten die Forscher die Ergebnisse von 47 Studien verglichen – mit insgesamt 180 938 Fällen. Sie kamen zum Schluss, dass die Einnahme der Vitamine E und A sowie von Betacarotin die Sterblichkeit um jeweils vier, sieben und 16 Prozent erhöht habe.

Biesalski wirft nun seinen dänischen Kollegen vor, statistisch unsauber gearbeitet zu haben. So hätten sie in ihrer Analyse nach „methodisch guten“ und „methodisch weniger guten Studien“ unterschieden, ohne die Kriterien ausreichend klarzulegen. „Besonders abwegig“ sei die Theorie von der Gefährlichkeit synthetischer Vitamine. Viele dieser Präparate würden aus pflanzlichen Extrakten gewonnen, der menschliche Organismus unterscheide sie nicht von Vitaminen aus Lebensmitteln. Bei genauer Analyse der Studie bleibe es bei den bereits bekannten Erkenntnissen. „Richtig ist, dass ein Überschuss an Vitaminpräparaten bei gesunden Menschen nichts nutzt – er schadet aber auch nicht“, sagt Biesalski. AFP

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