BERLINER  STIL : Kleidung mit Format im Shoppingcenter

Der Modedesignerin Mareike Ulmann sind Nachhaltigkeit und Fairness wichtig. 

Die Entwürfe von Farrah Floyd kommen ohne Verschnitt aus.
Die Entwürfe von Farrah Floyd kommen ohne Verschnitt aus.Foto: promo

Eigentlich ist der kleine Laden im ersten Stock der Schönhauser Allee Arcaden ein Widerspruch zum Angebot drum herum. In diesem schnöden Einkaufscenter reihen sich Marken aneinander, die es in fast jeder deutschen Fußgängerzone gibt. Von H&M über Esprit bis hin zu Deichmann – alles da, was es überall gibt.

Wer den Pop-up-Shop von Format, Farrah Floyd und Sepideh Ahadi besucht, kann den Unterschied nicht gleich sehen – aber er kann ihn sich erklären lassen. Die Kroatin Bojana Draca hat sich mit ihem Label Farrah Floyd auf eine Zero-Waste-Technik spezialisiert, sie schneidet ihre Entwürfe so zu, dass sie den Stoff komplett verwenden kann.

Mareike Ulman gründete vor zehn Jahren ihr Label Format, weil sie wusste, wie die meisten Modeunternehmen funktionieren. Wer für wenig Geld viel Kleidung produzieren will, kann das nicht, ohne Menschen und Umwelt zu schädigen.

Die 34-Jährige hat an der Hochschule für Technik und Wirtschaft studiert. Hier sollen keine Künstler ausgebildet werden, sondern vor allem Techniker, die auch große Bekleidungsmassen in den Griff kriegen. „Man kann als Kunde nicht sehen, wie Kleidung hergestellt wird, oft sind mehr als 70 Firmen von der Baumwolle bis zum fertigen Produkt beteiligt“, eine Menge Gelegenheit, um Schindluder zu treiben“, sagt Mareike Ulman. Das ist bei Format anders. Mareike Ulman verwendet nur zertifizierte Stoffe und fertigt das meiste in ihrem Atelier. Was sie von anderen Labels unterscheidet, steht haarklein auf ihrer Website, bis hin zur Versicherung, niemandem Kleider zu schenken, um damit Werbung zu machen. Im Manifest steht auch, dass ihre Entwürfe unverwechselbar sind. Das stimmt: Sie sind unkompliziert, meist aus Baumwolle, haben aber immer ein interessantes Detail wie die Shorts, deren seitliche Eingrifftaschen durch große Klappen verdeckt werden, oder das Top, bei dem die Brustabnäher durch diagonal laufende Falten ersetzt sind.

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