Berliner Stil : Nordischer Look aus Südkorea

Koreanische Mode ist weltweit Trend. Nun hat sie ein Zuhause in Berlin.

Grit Thönnissen
Der einzige seiner Art. Knok ist der erste Konzeptshop für koreanische Mode in Berlin.
Der einzige seiner Art. Knok ist der erste Konzeptshop für koreanische Mode in Berlin.Foto: Promo

Dass ausgerechnet einen Tag nach dem WM-Aus in Berlin ein Shop für koreanisches Design mit Namen Knok eröffnet, ist reiner Zufall. Über Fußball muss man mit Haelan Kim kurz vor der Eröffnung auch nicht reden. Sie ist zu sehr damit beschäftigt, Buchstaben zusammenzupolken, die später darüber Auskunft geben sollen, wie viel der Kaffee kostet.

Denn auch wenn im Knok vor allem Kleidung verkauft wird – ganz ohne Beköstigung kommt heute kein Konzeptshop mehr aus. Aber im Mittelpunkt stehen die Entwürfe von Marken wie Rawrow, die funktionale Taschen und Rucksäcke anbieten, Nounou, die lustige Gesichter auf Pullover drucken, und das Designerlabel Andersson Bell. Das klingt zwar skandinavisch, wird aber in Korea hergestellt. Auch die karierten Übergangsmäntel, die Trenchcoats und klassisch geschnittenen Wollpullover sehen nach nordischer Zurückhaltung aus.

Schon seit 2016 gibt es Knok als Onlineversion, lange haben Haelan Kim und ihr Partner Inti Castellazzi nach einem passenden Laden gesucht, damit sie endlich ihre in Europa weitgehend unbekannten Labels in echt und in Farbe vorstellen können. Gefunden haben sie ein Geschäft an der Hasenheide, nicht gerade Laufgegend, aber dafür mit viel Platz im sonnenbeschienenen Raum und mit großem Hinterzimmer, das leicht zu noch mehr Ladenfläche umgewandelt werden kann.

Genug Potenzial gibt es in Südkorea, fast zu viel, findet Haelan Kim: „Überwältigend, wie viele neue junge Label jedes Jahr aus dem Boden schießen.“ Das liegt zum einen an der finanziellen Unterstützung durch den Staat, zum anderen an der guten Infrastruktur. Zwei koreanische Städte haben sich schon vor langer Zeit auf die Produktion von Schuhen und Kleidung spezialisiert, in Seoul selbst gibt es den sogenannten „Modemarkt“. Dort finden Designer Werkstätten, die alles in kleinen Stückzahlen herstellen können. „In Korea dauert es zehn Minuten, ein Label bei den Behörden anzumelden, anders als in Berlin“, sagt Kim. Sie kichert, als sie an ihre eigenen Erfahrungen mit den Ämtern in Berlin denkt. Ein bisschen Fußball gibt es dann aber doch im Knok: rosa gestreifte Fantasie-Trikots. Für die muss man einfach ein nur ein Modefan sein.

Knok, Hasenheide 54 in Kreuzberg,

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geöffnet Mo bis Sa, 11 bis 20 Uhr

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