Smartphone-verrückte Jugend bekommt im Museum ein Problem

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Billigflüge nach Südostasien : Bald können Berliner nonstop nach Singapur fliegen
In der National Gallery kann man die größte Sammlung zeitgenössischer südostasiatischer Kunst bestaunen.
In der National Gallery kann man die größte Sammlung zeitgenössischer südostasiatischer Kunst bestaunen.Foto: promo

Kunst gucken, 13 Euro

Singapur gehört zu den reichsten Ländern der Erde, seine knapp 5,5 Millionen Einwohner haben mit 3800 Euro das fünfgrößte Durchschnittseinkommen (Deutschland auf Rang 19) und interessieren sich mit wachsendem Vermögen mehr für Kunst. Das Vorzeigeobjekt aller staatlichen Kulturbemühungen ist die neue National Gallery (1 St Andrew’s Rd, Eintritt 20 SGD). Vor zweieinhalb Jahren eröffnete sie nach zehn Jahren Bauzeit, die Gebäude des ehemaligen Obersten Gerichtshofs und des früheren Rathauses wurden dafür zusammengelegt. Auf 6000 Quadratmetern über mehrere Etagen verteilt können Besucher zeitgenössische Kunst aus dem südostasiatischen Raum begutachten. Die Nationalgalerie ist damit das größte Museum seiner Art in der Region. Die ständige Ausstellung zeigt einen Überblick – von Landschaftsmalereien bis hin zu abstrakten Werken. Für die Smartphone-verrückte Jugend ein Problem: Selfiesticks sind im Museum nicht gestattet. Von der Bar auf der Dachterrasse genießen Besucher eine sensationelle Aussicht über das Feld des Krickettklubs, auf dem vor 100 Jahren noch die Engländer ihre Bälle in die Luft schlugen.

Kulinarische Kultur, 19 Euro

In keiner asiatischen Metropole treffen auf engem Raum so viele Kulturen aufeinander. Chinesen, Inder, Malaien, Araber und Briten hinterlassen ihre Spuren im Stadtbild. Einzigartig sind die Peranakan, die Nachfahren von indischen und chinesischen Einwanderern, die malaiische Frauen geheiratet haben. An der Joo Chiat Road haben sie seit Jahrzehnten ein Zuhause. In die bunt gestrichenen Handelskontore aus der Vorkriegszeit sind inzwischen Cafés und Restaurants gezogen. Viele Einheimische Singapurs kommen am Wochenende in das zehn Minuten vom Zentrum entfernte Viertel, um Spezialitäten wie Beef Rendang zu probieren, ein sehr würziges Rindfleisch-Curry. Zum Beispiel im Chilli Padi, wo Gerichte bis zu 30 SGD kosten (11 Joo Chiat Place).

Affenzirkus, 21 Euro

Zum Selbstverständnis von Singapur gehört es, dass man nicht nur einen, sondern vier Zoos hat. Einen für fast alle Publikumslieblinge von Tigern bis Eisbären, einen für nachtaktive Tiere (der wegen seiner zirkusähnlichen Vorführungen nicht zeitgemäß wirkt), einen Vogelpark und die River Safari, die auf ein einzigartiges Konzept setzt (80 Mandai Lake Road, Eintritt 32 SGD). Die 5000 Tiere aus rund 300 Arten leben alle an oder in Gewässern und werden in thematisch geordneten Zonen gezeigt wie Mekong, Amazonas oder Mississippi. In einem turnhallengroßen Gewächshaus fressen sich zwei Große Pandas durch den Bambusbestand, in einer begehbaren Anlage erschrecken Totenkopfaffen die Besucher und in einem riesigen Süßwasserbecken schwimmen Seekühe umher. Einzige Enttäuschung: die Bootstour durch den Amazonas-Teil. Die Jaguare sind einfach zu clever, um sich den kurz durchbrausenden Besuchern zu präsentieren.

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