Interview mit dem Biologen Josef Reichholf : "Berlin summt, München und Hamburg summen auch"

Städte könnten die Rettung für viele bedrohte Arten sein, glaubt der Biologe Josef Reichholf.

Josef Reichholf über Vogelgesang, der wie Flötenspiel klingt und Füchse, die Fahrstuhl fahren.
Josef Reichholf über Vogelgesang, der wie Flötenspiel klingt und Füchse, die Fahrstuhl fahren.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Für den Biologen Josef Reichholf ist Berlin „die Hauptstadt der Wildschweine“. Das sagte der 73-Jährige, der zu den Gründern der „Gruppe Ökologie“ gehörte, aus der später die Umweltschutzorganisation BUND hervorging, dem Tagesspiegel am Sonntag. Dass Berlin sich so tolerant gegenüber den wilden Schweinen zeige, beweise „dass selbst Tiere dieser Größe weitgehend konfliktfrei mit dem Menschen zusammenleben können. Füchse lernen sogar Fahrstuhlfahren, richten sich nach den Ampelphasen“.

Großstädte spielen für Reichholf auch eine wichtige Rolle bei der Rettung bedrohter Bienenarten. „Inzwischen summt Berlin, München und Hamburg summen auch“, sagte er. „Ein ganzer Rettungsarchipel. Allein in einem botanischen Garten hat man einen großen Teil des Bienenspektrums eines Bundeslandes versammelt, denn dort blüht es das ganze Jahr über.“

 

Zwischen Ost und West verlaufe jedoch bis heute „eine ökologische Grenze“, findet der Autor, der gerade das Buch „Schmetterlinge – Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet“ veröffentlicht hat. „Im Osten ist die Natur reichhaltiger. Wenn Sie von Bayern nach Thüringen fahren, werden Sie zum Beispiel bald viel mehr Orchideen sehen. Durch die Wiedervereinigung kam ein Schatz von Arten dazu, von denen man im Westen bis 1990 nur träumen konnte.“

 

Das vollständige Interview mit Josef Reichholf lesen Sie heute im Tagesspiegel am Sonntag oder im E-Paper.

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