Woran es der Branche fehlt, um als wirtschaftlich erfolgreicher zu sein

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Mode-Metropole Dakar : Afrikas letzter Schrei

Diakhaté spricht lieber über die Zukunft. „Ich bin in die Politik gegangen, weil ich denke, dass mein Leben ein Beispiel sein kann. Im Senegal gibt es Möglichkeiten, etwas aufzubauen. Die jungen Leute müssen nicht nach Europa gehen, wo sie nur als Feldarbeiter enden.“ Sie spricht energisch, doch ihr Turban hält jeder abrupten Kopfbewegung stand. „Wir müssen unsere Designer überall in Europa und in den USA bekannt machen, damit ihre Mode dort in Geschäften verkauft wird. Bei den großen Modeschauen sind wir ja schon vertreten.“

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. In Dakar, wie in Afrika allgemein, wird keine Mode für die Stange gemacht, es gibt kaum Textilfabriken. Hier ist Mode Kunsthandwerk. Für ein Kleid braucht es einen Tag, manchmal eine ganze Woche.

Das will Diouma Dieng Diakhaté ändern. „Heute verdienen ein paar tausend Menschen im Senegal ihr Geld mit Mode“, sagt sie. „Es könnten Zehntausende sein, wenn Produktionsstätten für Konfektionsware gebaut würden.“ Der ehemalige Präsident Abdoulaye Wade bemühte sich angeblich darum, die senegalesischen Designer mit internationalen Geldgebern zusammenzubringen, um solche Produktionsstätten errichten zu lassen. Passiert ist jedoch nichts. Nun will Diakhaté seinen Nachfolger, Macky Sall, für die Idee gewinnen.

Am Morgen des Feiertags steht Saliou Fall mit einem befreundeten Schneider am Straßenrand. Die meisten Entwürfe, die sie sehen, beeindrucken sie nicht. Dann zieht eine Frau die Blicke der beiden auf sich: Auf ihrer Schulter streben gelbe und schwarze Zacken in die Höhe, der schwarze Rock ist am Saum gelb bestickt, von der schmalen Taille abwärts züngeln gelbe Flammen. „Nicht schlecht“, sagt Fall zu seinem Freund.

Unvorstellbar, dass dieses Kleid einmal Massenware wird.

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