Palazzo Merulana, Rom

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Museumseröffnungen : Europas neue Staunräume
Daniela Prugger
Hineinspaziert.
Hineinspaziert.Foto: Andrew Milligan / dpa

Als der Palazzo im Frühjahr dieses Jahres eröffnete, sorgte die Ausstellung gleich für eine Kontroverse. In dem umgebauten Palast aus dem 19. Jahrhundert, wo früher das Gesundheitsamt saß, sind nun Werke der Fondazione Cerasi zu sehen: italienische Kunst aus den 1920er und 1930er Jahren. Rechtsextreme Organisationen jubelten, dass nun endlich „faschistische“ Künstler eine Würdigung erhielten.

Die Mitkuratorin des Museums, Francesca Villanti, erwiderte, dass es sich um eine Schau expressionistischer Malerei und Bildhauerei handle. Zwar hätten einzelne Künstler Mussolini politisch nahe gestanden, andere hielten jedoch Abstand zu ihm oder waren erklärte Antifaschisten. Schautafeln weisen die Besucher darauf hin. So stehen Befürworter wie Mario Sironi neben Gegnern wie Mario Mafia. Zur Künstlergruppe „Via Cavour“, die sich in einer Wohnung um die Ecke traf und deren Künstler im Palazzo gezeigt werden, gehörte auch der Maler Giorgio de Chirico. Für das Museum gilt der Grundsatz jeglicher Kunstbetrachtung: Gehirn einschalten nicht vergessen. Ulf Lippitz

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Ausspannen: Spaziergang ins Trendviertel Monti (20 Minuten) und an der Piazza della Madonna dei Monti in einem der Cafés über Kunst diskutieren.

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