Mascha Kaléko

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Die Lyrikern Mascha Kaleko.
Die Lyrikern Mascha Kaleko.Foto: picture-alliance/ dpa

Es gab eine Zeit in meiner Jugend, in der ich oft in Buchhandlungen gegangen bin und ohne Eile nach neuem Lesestoff gestöbert habe. Besonders in einem Laden an der Charlottenburger Otto-Suhr-Allee war ich häufig. Ich habe immer danach geschaut, welches Cover mich anspricht. Und an einem Tag bin ich so auf einen Gedichtband von Mascha Kaléko gestoßen, „Verse für Zeitgenossen“. Auf dem Einband sieht man sie mit einem unnachahmlichen Gesichtsausdruck an ihrer Schreibmaschine sitzen. Daraus ist eine große Bewunderung für ihre wunderschönen und sehnsuchtsvollen Gedichte entstanden. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im heutigen Polen geboren, damals noch Teil des Habsburger Reiches, und ist in der Schweiz gestorben. In der Serie „Mensch, Pia!“ gab es eine traurige Szene, in der ich am Grab meines Bruders stehen sollte. Der Regisseurin erzählte ich von einem Gedicht Kalékos, in dem es um das Sterben geht, und sie war so beeindruckt, dass sie mich bat, es in der Szene vorzulesen. Ich erinnere mich bis heute an diese zwei Zeilen: „Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr. Und die es trugen, mögen mir vergeben.“

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