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Sturmtief "Herwart" : 225-Meter-Frachter vor Langeoog auf Grund gelaufen

Der zweite Herbststurm des Jahres ist über Deutschland gefegt. In Deutschland gab es mindestens drei Tote. Die Bahn müht sich, den Verkehr wieder in Gang zu bringen.

Der Frachter "Glory Amsterdam" trieb am Sonntag in der Deutschen Bucht vor Langeoog, in der Nacht zu Montag lief er auf Grund.
Der Frachter "Glory Amsterdam" trieb am Sonntag in der Deutschen Bucht vor Langeoog, in der Nacht zu Montag lief er auf Grund.Foto: Havariekommando/dpa

In der Nordsee ist bei starkem Seegang als Folge von Herbststurm "Herwart" vor Langeoog ein Frachter auf Grund gegangen. Sämtliche Rettungsversuche schlugen zunächst fehl. Die 225 Meter lange, unbeladene "Glory Amsterdam" hatte sich am Sonntag in der Deutschen Bucht losgerissen. Nach bisherigen Erkenntnissen seien die 22 an Bord befindlichen Menschen unverletzt, hieß es vom deutschen Havariekommando, das die Einsatzleitung übernommen hat.

Nach "Herwart" bemüht sich die Deutsche Bahn, den teilweise lahmgelegten Zugverkehr im Norden und Osten rasch wieder in Gang zu bringen. Vor allem rund um Hamburg wird es nach Angaben des Konzerns jedoch auch am Montag noch Sperrungen geben. Einzelne Züge auf den Verbindungen Berlin-Leipzig, Berlin-Halle-Erfurt, Dortmund-Hannover und Kassel-Hannover-Hamburg sollten den Betrieb aber bald wieder aufnehmen.

Auf der wichtigen Strecke zwischen Hannover und Berlin werden voraussichtlich ab Montagmorgen erste Züge wieder fahren, ebenso auf den Routen Hannover-Magdeburg, Berlin und Dresden, sowie Münster und Norddeich. Dagegen dürften die Arbeiten auf den vom Sturmtief "Herwart" stark getroffenen Strecken Hamburg-Berlin, Dortmund-Bremen-Hamburg, Hamburg-Westerland, Hamburg-Kiel, Hamburg-Lübeck-Puttgarden, Hamburg-Rostock-Stralsund sowie Berlin-Stralsund wohl länger andauern. Die Deutsche Bahn hatte am Sonntag in sieben Bundesländern ihren Fernverkehr gestoppt.

Strand weg: Passanten stehen am 29.10.2017 auf Wangerooge an der Abbruchkante des Strandes. Durch eine Sturmflut des Sturmtiefs «Herwart» und eine wurde ein Teil der Promenade ins Meer gespült.
Strand weg: Passanten stehen am 29.10.2017 auf Wangerooge an der Abbruchkante des Strandes. Durch eine Sturmflut des Sturmtiefs...Foto: Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

Mehrere Tote, Verletzte und erhebliche Schäden - das war die Bilanz von "Herwart" am Wochenende in Europa. An der Nordsee in Niedersachsen wurde ein 63-jähriger Camper von der Sturmflut überrascht und ertrank. In Mecklenburg-Vorpommern kenterte ein Motorboot mit drei Urlaubern aus Sachsen auf dem Peenestrom. Dabei starben eine 48-Jährige noch am Abend im Krankenhaus. Ein 56-Jähriger starb in der Nacht zum Montag im Krankenhaus verstorben, sagte ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen. Ein dritter, 48 Jahre alter Mann wurde auch am Montagmorgen noch vermisst. Die Suche nach dem Mann sollte im Verlauf des Tages weitergehen.

Mehrere Menschen wurden außerdem bei Sturm-Unfällen in Deutschland verletzt. In Polen und Tschechien waren mindestens drei Todesopfer zu beklagen. Als der Sturm abflaute, begann vielerorts das große Aufräumen. Viele Straßen waren zuvor wegen umgekippter Bäume gesperrt worden - vor allem in Nord- und Ostdeutschland entwurzelte "Herwart" zahlreiche Bäume. Der Wind erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 176 Kilometern pro Stunde am Fichtelberg und 144 Kilometern pro Stunde auf Fehmarn. Er wird sich laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zu Wochenbeginn wieder abschwächen. (dpa)




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