USA : Pentagon suchte heimlich nach Ufos

Jahrelang sammelten Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums Ufo-Material, das sie beängstigend fanden. Sie hatten mächtige Hintermänner, wie die „New York Times“ schreibt.

Das US-Verteidigungsministerium Pentagon. Hier wurde heimlich Ufo-Material ausgewertet.
Das US-Verteidigungsministerium Pentagon. Hier wurde heimlich Ufo-Material ausgewertet.Foto: dpa

Auf die Frage, ob es draußen im Universum noch weitere intelligente Wesen gebe, antwortete der Astrophysiker Stephen Hawking gerne mit der Gegenfrage: „Gibt es intelligentes Leben auf der Erde?“ Wenn es auf der Erde kein intelligentes Leben gibt, dann muss es ja woanders welches geben, könnte der überzeugte Ufologe dem Spott trotzen.

Aber Ufologen sehen die Dinge ernst, bierernst. Im Kalten Krieg gab es einen jahrzehntelangen Boom an Ufo-Geschichten. Die „New York Times“ hat jetzt herausgefunden, dass das Pentagon ein geheimes Programm zur Erforschung von Ufo-Phänomenen betrieben hat. Das Programm begann aber erst 2007, lange nachdem die Ufo-Begeisterung bereits nachgelassen hatte. Denn Berichte über unbekannte Flugobjekte sind seit Ende des Kalten Krieges zurückgegangen. Bei der Ufo- Meldestelle der GEP, der Gesellschaft zur Erforschung des Ufo-Phänomens, bei der sich Zeugen einer Landung telefonisch melden können, ging am gestrigen Sonntag gar niemand dran. Die Hotline ist nicht mehr besetzt, lohnt es sich nicht mehr?

Der Mannheimer Astronom Werner Walter rief bereits im Jahr 2001 das Ende der Ufo-Epoche aus. Bei seinem Ufo-Telefon sei die Zahl der Anrufe von 100 im Jahr 1995 auf zehn im Jahr 2000 zurückgegangen. „Es ist Zeit für den UfoSchwanengesang“, sagte Walter schon damals. Auf dem Buchmarkt seien keine Ufo-Werke mehr erhältlich, Ufo-Zeitschriften seien eingegangen. „Das hat es in der Geschichte der Ufologie nicht gegeben.“ Es könnte allerdings damit zusammenhängen, dass die Außerirdischen ihre Aufklärungsflüge zur Erde eingestellt haben. Oder aber sie sind raffinierter geworden.

Oder es wird vertuscht. Fakten gibt es ja. Am 20. Mai 1957 erhielt der auf einem Stützpunkt der britischen Royal Air Force in Kent stationierte amerikanische Militärpilot Milton Torres den Befehl, sofort aufzusteigen und mit seinem Sabre-Kampfjet ein Flugobjekt abzuschießen. Auf dem Radarschirm erschien es in der Größe eines russischen Bombers, aber die Radaranzeige verschwand plötzlich, bevor Torres zum Schuss kam. Er wurde zum Schweigen verpflichtet und enthüllte den seltsamen Zwischenfall erst 1988.

Die CIA springt ein

Seit H.G. Wells mit seinem Roman „War of the Worlds“ im Jahr 1898 den Mythos von den bösartigen Marsianern schuf, sind Literatur und Filmgeschichte voll von Geschichten dieser Art. Legende sind Spekulationen wie um die angebliche „Area 51“, Stoff für ungezählte Filme wie „Independence Day“ oder „Men in Black“.

In ihrer aktuellen Geschichte über das geheime Ufo-Programm des Pentagon berichtet die „New York Times“, dass das Programm zwar im Jahr 2012 eingestellt, aber heimlich weitergeführt wurde: von Mitarbeitern, die parallel zu ihrer neuen Arbeit im Ministerium die Ufo-Forschung weitertrieben – diesmal nicht nur vor der Öffentlichkeit verborgen, sondern zusätzlich vor dem eigenen Ministerium verheimlicht.

Sie seien von der CIA und der Navy unterstützt worden. Dabei geht es auch um einen Vorfall, beim dem 2004 Marinepiloten in zwei Kampfjets vom Typ F/A-18F vom Flugzeugträger Nimitz vor der Küste von San Diego aufstiegen und ein Objekt jagten und filmten, das so groß war wie ein Verkehrsflugzeug – aber keines war.

Die schwarze Kasse

Das Pentagon finanzierte das Ufo-Programm laut „New York Times“ aus einer schwarzen Kasse. Initiiert wurde das Programm von dem mächtigen Senator Harry Reid, damals Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, dem republikanischen Senator Ted Stevens, der in seiner Zeit als Kampfpilot von einem unbekannten Objekt verfolgt worden war, sowie dem demokratischen Senator Daniel Inouye. Sie trafen sich in einem abhörsicheren Raum im Kongress und besprachen das Vorgehen, wie Reid der Zeitung verriet. Ein weiterer wichtiger Verbündeter war ein Milliardärsfreund von Reid, Robert Bigelow, der eine Firma für Raumfahrt besaß und Material lieferte.

Später fasste der Leiter des Ufo-Programms im Pentagon die Ergebnisse zusammen. Was vorher Science Fiction gewesen sei, sei nun „science fact“, hieß es da. Die USA seien nicht in der Lage, sich gegen die Technologien zu verteidigen, die sie erkundet hätten. Es half nichts – 2012 wurde die Finanzierung durch das Pentagon eingestellt.

Der Mann, der die Ufo-Arbeit im Pentagon leitete, Luis Elizondo, hat unter Protest gekündigt, weil seine Arbeit vom Ministerium sabotiert worden sei. Er teilte aber mit, die geheime Arbeit werde jetzt von einem Nachfolger im Ministerium geleitet. Dessen Name hält er geheim.

Der Kampf geht weiter.

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