Werbinich : Die Stunde der Opposition

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Es war nicht kurz vor acht, sondern kurz vor 13 Uhr, als vergangene Woche rund 50 Schüler, Eltern und Lehrer aus der Grundschule am Weißen See im Bildungsausschuss des Abgeordnetenhauses Platz nahmen, um gegen massiven Unterrichtsausfall zu protestieren: Die Viertklässler leiden seit Monaten darunter, dass es der Schulaufsicht nicht gelingt, eine neue Lehrkraft zu beschaffen. Dieser Sachverhalt an sich ist dabei allerdings weniger überraschend als die Reaktion der Vorsitzenden des Bildungsausschusses, Christa Müller (SPD). Die nämlich sah sich zunächst nicht in der Lage, das Anliegen der Weißenseer zu thematisieren, weil der Schülerbesuch „nicht auf der Tagesordnung stand“. Allen Ernstes war sie drauf und dran, die Abordnung auf den 90-minütigen Heimweg zu schicken, ohne ihnen vorher ein Statement des anwesenden Senators zu gönnen. Erst die massive Intervention der Opposition von CDU, Grünen und FDP war notwendig, um Müller zum Einlenken zu bewegen. Und so bekamen die Schüler vom Senator immerhin die Zusage, dass er sich der Sache annehmen werde. Der Opposition sei Dank – das jedenfalls dürften die Weißenseer als Lehre mitgenommen haben. sve

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