1,9 Prozent weniger : Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen weiter gesunken

Nur 257.900 Wohnungen wurden in Deutschland bislang 2019 neu- oder umgebaut. Nur ein Immobiliensegment verzeichnete ein Plus gegenüber dem Vorjahr.

Es müssten deutlich mehr Wohnungen neu gebaut werden.
Es müssten deutlich mehr Wohnungen neu gebaut werden.Foto: dpa

Trotz der großen Nachfrage nach Immobilien setzt sich der Rückgang bei den Baugenehmigungen in Deutschland fort. In den ersten neun Monaten dieses Jahres stimmten die Behörden dem Neubau oder Umbau von 257.900 Wohnungen zu, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Das waren 1,9 Prozent weniger als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

In neuen Wohngebäuden wurden von Januar bis September rund 221.800 Wohnungen genehmigt. Dies waren 3,0 Prozent oder 6900 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser sank um 1,5 Prozent, die für Mehrfamilienhäuser um 3,4 Prozent. Ein leichtes Plus von 0,5 Prozent gab es bei Einfamilienhäusern.

Obwohl es in Berlin einen besonders hohen Bedarf an Wohnraum gibt, folgt die Hauptstadt diesem negativen Trend. Zwischen Januar und September sank die Zahl der Baugenehmigungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,7 Prozent auf 15.324, wie in der vergangenen Woche bekannt wurde. Zugleich wies das Statistische Bundesamt heute darauf hin, dass die Zahl neuer Genehmigungen in Deutschland seit geraumer Zeit höher sei als die Zahl der Baufertigstellungen. Der sogenannte Bauüberhang nehme seit einigen Jahren zu.

Um die große Nachfrage nach Immobilien zu decken, müssen nach Einschätzung von Politik und Bauwirtschaft in Deutschland jährlich 350.000 bis 400.000 Wohnungen entstehen. Im vergangenen Jahr wurde der Neubau von knapp 302.800 Wohnungen in reinen Wohngebäuden genehmigt. Inklusive Nichtwohngebäuden gab es im Jahr 2018 gut 347.000 Genehmigungen. Gebremst wird Neubau dadurch, dass Flächen in Ballungsräumen knapp sind, die Preise deutlich angezogen haben und Handwerker wegen voller Auftragsbücher kaum hinterherkommen. (dpa/mum)

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