Was die anderen machen

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Update
Ab Freitag ändern sich die Rahmenbedingungen : Was Facebooks neue Datenrichtlinien bedeuten
Facebook mal wieder im Fokus.
Facebook mal wieder im Fokus.Foto: p-a/dpa

Facebook ist mit seinen Praktiken zudem nicht allein. Das Aufzeichnen des Surfverhaltens ist überall im Internet anzutreffen. Um den Nutzer über verschiedene Webseiten hinweg tracken zu können, enthalten viele Seiten digitale Wanzen. Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie untersucht regelmäßig die 500 wichtigsten Webseiten für den deutschen Sprachraum darauf hin, ob diese verwanzt sind. Bis zu 50 sogenannte Tracker auf einer Seite sind dabei keine Seltenheit.

Auf der Fraunhofer-Seite „Track your Tracker“ kann nachgeprüft werden, in welchem Umfang die eigenen Favoritenseiten solche Analysewerkzeuge einsetzen. Unter den sozialen Netzwerken führt Facebook.com aktuell mit 36 Trackern. Google plus kommt auf 15 Tracker, darunter befinden sich auch bekannte Firmennamen wie 1und1, Billiger.de oder Amazon. Beim Businessnetzwerk Xing wird gerade einmal ein Tracker gemeldet, LinkedIn kommt auf vier, bei Twitter wurde kein Tracker gefunden.

Was Sie jetzt noch tun können

Um sich vor der Datensammelwut Facebooks zumindest ein wenig zu schützen, kann man etwa die Ortungsdienste auf dem Smartphone ausschalten, sagt Spaeing. Bei iPhones lässt sich dies auch speziell für die Facebook-App tun. Besser ist es natürlich, sich die Anwendung gar nicht erst aufs Telefon zu laden. Manche Nutzer verwenden gar ein gesondertes Gerät für ihre Facebook-Aktivitäten.

Zudem ist es sinnvoll, die Einstellungsoptionen bei Facebook so weit wie möglich zu nutzen. „Bei den Werbeanzeigen sollte man die datensparsamste Variante wählen, sonst kann Facebook Daten verwenden, um den Freunden Werbung zu schicken“, sagt Datenschutzexpertin Petri. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt die Einstellung „niemand“ sowohl unter „Nutzung Name und Foto zu Werbezwecken auf Webseiten Dritter“ als auch in der Rubrik „Kombination Werbeanzeigen und Freunde“ – beide zu finden über den Reiter „Einstellungen/Werbeanzeigen“. Das ist in weniger als 30 Sekunden erledigt. Wem das aber nicht weit genug geht, dem bleibt letztendlich wohl nur der Austritt – der einzige Weg, um den hartnäckigen Beobachter doch noch abzuschütteln.

Anmerkung der Redaktion: In unserem Text werden Tracker behandelt, die unter anderem für die werbetreibende Industrie auf den Webseiten von Sozialen Netzwerken platziert werden. Die Online-Ausgabe des Tagesspiegel ist ebenfalls auf die Einnahmen aus Werbeschaltungen angewiesen. Der Tagesspiegel setzt darum wie auch andere Zeitungen auf seiner Webseite Zählpixel ein, um unter anderem zu messen, wie oft ein Werbemittel einem Nutzer angezeigt wurde. In anderen Fällen dienen die Zählpixel der Marktforschung.

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