Ärger mit der Berliner Sparkasse : Wenn der Geldautomat nur einen 500-Euro-Schein ausspuckt

Der Fluch des großen Geldes: Viele Händler nehmen den Schein als Bezahlung nicht an. Und die Sparkasse wechselt nur für Kunden - wie einer jetzt leidvoll erfahren musste.

Der größte Schein in der Euro-Zone: Die 500-Euro-Note ist ein Auslaufmodell. Um die Geldwäsche zu bekämpfen, soll der Schein Ende dieses Jahres nicht mehr ausgegeben werden. Aber noch sind viele im Umlauf und bleiben natürlich gültig.
Der größte Schein in der Euro-Zone: Die 500-Euro-Note ist ein Auslaufmodell. Um die Geldwäsche zu bekämpfen, soll der Schein Ende...Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Kein Geld ist ein Problem, zu viel Geld aber auch. Das erlebte jüngst ein Berliner, der am Nachmittag Geld aus dem Automaten der Sparkasse Karlshorst zog und einen 500-Euro-Schein bekam. Die Maschine, muss man wissen, war schon ziemlich leer, die nächste Befüllung stand bevor. Für den Mann, der sich mit seiner Geschichte an den Tagesspiegel-Checkpoint gewandt hatte, begannen mit dem großen Schein größere Probleme. Denn die Läden, in denen er mit der lila Note zahlen wollte, ließen ihn abblitzen.

Das ist kein Wunder. Denn welche Scheine im Laden akzeptiert werden, ist Sache des Händlers und fällt unter die Vertragsfreiheit, heißt es beim Handelsverband HDE. Bis zum 50 Euro Schein könne man davon ausgehen, dass die Noten angenommen werden. Beim 100 Euro Schein komme es wohl auch darauf an, wie hoch der Einkaufswert ist, also wie viel Wechselgeld nötig ist. Größere Händler mit mehr Frequenz würden diesen Schein in aller Regel akzeptieren. „Beim 500 Euro Schein können die meisten Händler nicht mehr mithalten, weil ansonsten oft nicht mehr ausreichend Wechselgeld in der Kasse bleibt“, sagte HDE-Sprecher Stefan Hertel dem Tagesspiegel.

Was tun? Der Mann kam auf das Naheliegendste. Er wollte den großen Schein in kleinere wechseln. Deshalb ging er zur Sparkasse Karlshorst – und blitzte ab. Man habe damit nichts zu tun, wurde ihm gesagt, er wurde an den „Servicepartner“ verwiesen, der die Automaten befüllt. Der Mann suchte darauf hin sein Glück in der Sparkassen-Zentrale am Alexanderplatz, doch auch dort klappte der Wechsel nicht. Warum nicht?

Die Berliner Sparkasse wechselt nur für Kunden

„Wir bieten unseren Kunden als freiwillige Dienstleistung das Wechseln von Banknoten an“, sagte ein Sprecher der Berliner Sparkasse dem Tagesspiegel auf Anfrage. Das heißt: Wer nicht Kunde der Berliner Sparkasse ist, kann dort kein Geld wechseln. Nun war der Mann zwar Kunde einer Sparkasse, aber einer anderen Sparkasse als der Berliner. Also ging er leer aus. Aber auch wer Kunde ist, kann nicht einfach an den Schalter gehen und bekommt dort sein Geld gewechselt. Vielmehr wird der Betrag, den man wechseln möchte, und die gewünschte Stückelung auf eine Karte gebucht, mit der man zum Geldautomaten gehen muss. Dort gibt es das Geld.

Bei der Deutschen Bank ist das eine Frage der Kulanz

Bei der Deutschen Bank laufen die Dinge weit weniger kompliziert. Für Kunden wechsele man selbstverständlich Geld, bei Filialen, die eine Kasse haben, passiere das bar am Schalter. Ob man den Service auch Nicht-Kunden anbietet, sei eine Frage der Kulanz, betonte ein Banksprecher. „Das entscheidet jede Filiale für sich“.

Jeder Geldautomat ist anders befüllt

Bei der Sparkasse empfiehlt man, sich Geld am Geldautomaten zu holen. „Beim Geldabheben kann man die gewünschte Stückelung der Scheine wählen“, betont der Sparkassen-Sprecher. „Grundsätzlich stehen an allen Automaten 10, 20 und 50 Euro Scheine sowie zum Teil 500, 100 und 5 Euro Scheine zur Verfügung.“

Wie der jeweilige Automat befüllt ist, hängt vom Standort und der Nachfrage ab: „ 5 Euro Scheine zum Beispiel haben wir aufgrund zahlreicher Kundenwünsche aufgenommen, die Zahl der Automaten mit 500 Euro Scheinen hingegen geht zurück“, berichtet der Sprecher. Nur in seltenen Fällen könne der Automat eine gewünschte Stückelung leider nicht ausgeben – „dann sind kurzfristig nicht mehr genügend Scheine im Automaten.“ So wie in Karlshorst.

Wer einkaufen will und Geld braucht, kann allerdings auch einen anderen Weg gehen: Bei großen Händlern wie Edeka und Rewe kann man an der Kasse Bargeld ziehen – bei Einkäufen ab 20 Euro gibt es bis zu 200 Euro Bares dazu.

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