Wirtschaft : Airbus-Order mit dubiosen Zahlungen

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Paris - Trotz mehrerer Dementis halten die Gerüchte um illegale Provisionen beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS weiter an. Der Konzern soll im November 2001 anlässlich der Bestellung von 40 Exemplaren des künftigen Großraumflugzeugs A 380 durch die Fluggesellschaft Emirates der Vereinigten Arabischen Emirate „mehrere Dutzend Millionen Euro“ an einen Mittelsmann überwiesen haben. Das berichtete die Pariser Zeitung „Libération“ am Freitag. Zuvor hatte das Magazin „L’Express“ berichtet, der Inlandsgeheimdienst DST habe schon vor Monaten höchste staatliche Stellen über die Existenz einer schwarzen Kasse bei EADS alarmiert. Über diese seien im Zusammenhang mit Flugzeugbestellungen der Vereinigten Arabischen Emirate und Libyens „beträchtliche“ Summen geflossen – angeblich 90 Millionen Dollar.

Sowohl EADS als auch die Generaldirektion der nationalen Polizei DGPN, der der DST unterstellt ist, dementierten dies. Einen „Bericht“ der DST über eine schwarze Kasse bei EADS gebe es nicht, erklärte die DGPN. „Libération“ bezweifelte die Erklärungen. Nach Informationen der Zeitung lief die Kommissionszahlung an den Mittelsmann nicht über ein „banales Off- shore-Konto“. Stattdessen sei es als Devisenabsicherungsgeschäft zur Abdeckung von Wechselkursrisiken zwischen Dollar und Euro getarnt worden. hhb

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