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Bahn-Chef will Auslandstochter loswerden : „Es gibt genügend Interessenten für Arriva“

Die Deutsche Bahn will ihre Auslandstochter Arriva verkaufen oder teilweise an die Börse bringen. Die Entscheidung fällt nach der Sommerpause.

Richard Lutz ist seit März 2017 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn.
Richard Lutz ist seit März 2017 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn.Foto: Mike Wolff

Die Deutsche Bahn AG prüft neben dem Komplettverkauf von Arriva nun gleichwertig auch den Börsengang des britischen Tochterunternehmens mit seinen rund 53.000 Mitarbeitern. Der Bieterprozess laufe, aber erst nach der Sommerpause würden die Details vorliegen und dann werde entschieden, sagte der DB-Vorstandsvorsitzende Richard Lutz „Tagesspiegel Background“ (Montagausgabe).

„Es gibt erfreulicherweise genügend Interessenten. Wir werden sehen, ob sich ein oder mehrere Investoren finden, die bereit sind, Arriva vollständig zu akzeptablen Bedingungen zu kaufen“, betonte der Bahnchef. Alternativ zum Komplettverkauf könnte zunächst ein Minderheitsanteil an der Börse platzieren werden – und zwar mit der Perspektive, dass die Bahn bereit sei, ihre Anteile später komplett  abzugeben.

Einnahmen sollen Investitionen finanzieren

Die DB AG hatte Arriva 2010 für 1,9 Milliarden Euro gekauft, mit diesem Buchwert steht die Tochter auch in der Bilanz. Zudem wurden 1,1 Milliarden Euro Schulden übernommen. Ein Verkaufspreis von mindestens drei Milliarden Euro gilt daher als nötig, zumal die DB auch investiert hat und Arriva profitabler wurde.

Der DB-Aufsichtsrat hat den Vorstand im März beauftragt, den Verkauf von Arriva in die Wege zu leiten und dabei mehrere Optionen offen gehalten. Mit den Einnahmen soll die Agenda für eine bessere Bahn finanziert werden, mit der DB-Chef Lutz die Qualität und Pünktlichkeit im Personen- und Güterverkehr verbessern will. Die bereits hohe DB-Verschuldung von rund 20 Milliarden Euro soll nicht weiter steigen. 

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