BAIC : Chinesischer Autobauer übernimmt fünf Prozent von Daimler

Seit Jahren arbeitet Daimler mit BAIC zusammen. Nach dem heute veröffentlichtem Investment liegen 15 Prozent der Daimler-Aktien in chinesischen Händen.

Rund 15 Prozent des Sterns gehören jetzt chinesischen Unternehmen.
Rund 15 Prozent des Sterns gehören jetzt chinesischen Unternehmen.Foto: dpa

Im Parkhaus des Mercedes-Museums wird bald ein Stück zukünftige Mobilität zu sehen sein. Vier Jahre nach dem Start eines Gemeinschaftsprojekts mit Bosch haben die beiden Unternehmen von den Behörden grünes Licht dafür bekommen, das vollautomatisierte Parken hier im Alltagsbetrieb zu erproben. Deutschland sei das erste Land, in dem dies ermöglicht werde, erklärte Bosch-Geschäftsführer Markus Heyn am Dienstag.

Während Daimler die fünf Fahrzeuge dafür mit der notwendigen Technik bereitstellte, entwickelte der Autozulieferer Bosch die Sensor- und Kameratechnik für das Parkhaus. Künftig können nun Interessenten auch ohne Sicherheitsfahrer und Begleitpersonal einen Mercedes-Pkw in dem Museums-Parkhaus ausleihen und ausprobieren, wie sich das Fahrzeug allein eine Parklücke sucht und - stets mit maximal sechs km/h - zum Abholen zurückkehrt. Abgewickelt wird das via Smartphone.

Über andere Fragen von Daimlers Zukunft wird künftig aber nicht mehr nur in Stuttgart, sondern auch immer mehr in China entschieden. Denn Daimlers chinesisches Partnerunternehmen BAIC hat einen Anteil an dem Stuttgarter Dax-Konzern gekauft, wie am Dienstag bekannt wurde. Die Beijing Automotive Group (BAIC) habe insgesamt fünf Prozent an Daimler erworben, teilten die Unternehmen mit.

Etwa die Hälfte davon erstand BAIC direkt, auf die andere Hälfte sicherte sich das Unternehmen das Kaufrecht. BAIC und Daimler arbeiten bereits seit mehr als zehn Jahren zusammen. "Wir möchten diese Allianz durch eine Beteiligung an Daimler weiter stärken", erklärte Heyi Xu, Chairman von BAIC.

Die Schwaben wiederum sind schon seit 2013 Anteilseigner von BAIC Motor. "Wir begrüßen es sehr, dass unser langjähriger Partner BAIC nun auch ein langfristig orientierter Investor von Daimler ist", erklärte Daimler-Chef Ola Källenius. "Der chinesische Markt ist und bleibt eine entscheidende Säule unseres Erfolgs – nicht nur für den Absatz, sondern auch für unsere Entwicklung und Produktion."

Mercedes ist vom chinesischen Markt stark abhängig

Gemeinsam bauen die Unternehmen in China die C-Klasse, E-Klasse, den GLA und den GLC. Auch bei Forschung, Entwicklung und Vertrieb arbeiten die Unternehmen zusammen. Mercedes ist vom chinesischen Markt stark abhängig; fast 30 Prozent seiner Fahrzeuge verkauft die Marke in China.

BAIC ist bereits der zweite Anteilseigner von Daimler, der aus China kommt. Im Februar 2018 war der größte chinesische Autobauer Geely über seinen Chef Li Shufu mit 9,7 Prozent bei dem Stuttgarter Dax-Konzern eingestiegen. (rtr/mum)

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