Bankrott der Drogerie-Dynastie : Schlecker-Kinder gehen in Revision

Lars und Meike Schlecker fechten das Urteil des Stuttgarter Gerichts vom Montag an. Sie sollen mehr als zwei Jahre in Haft.

Kinder eines gefallenen Drogeriekönigs: Meike und Lars Schlecker (links im Hintergrund).
Kinder eines gefallenen Drogeriekönigs: Meike und Lars Schlecker (links im Hintergrund).Foto: AFP/Thomas Kienzle

Lars und Meike Schlecker wollen die vom Landgericht Stuttgart verhängten Haftstrafen nicht akzeptieren. Beide hätten am Dienstag Revision gegen die Urteile vom Montag eingelegt, sagte ein Gerichtssprecher. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet. Damit geht der Prozess vor den Bundesgerichtshof (BGH), der das Urteil auf Verfahrensfehler prüft.

Die beiden Kinder des einstigen Drogeriemarktunternehmers Anton Schlecker waren wegen Untreue, Insolvenzverschleppung, Bankrotts und Beihilfe zum Bankrott ihres Vaters zu zwei Jahren und neun beziehungsweise acht Monaten Haft verurteilt worden. Sie hatten kurz vor dem Insolvenzantrag von Schlecker zusammen sieben Millionen Euro aus der Logistikfirma LDG herausgezogen, die die Transporte der Waren vom Zentrallager zu den Schlecker-Filialen abwickelte.

Das Gericht hielt Lars und Meike Schlecker für die faktischen Geschäftsführer der LDG. Das Unternehmen war allerdings voll von der Drogeriekette ihres Vaters Anton abhängig, der nach Zeugenaussagen auch bei der LDG das Sagen hatte. Anton Schlecker war am Montag zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Er hat ebenso wie die Staatsanwaltschaft, die ihn für drei Jahre im Gefängnis sehen wollte, noch bis kommenden Montag Zeit, Revision einzulegen. (dpa, Reuters)

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