Behörde streicht Subvention : Tesla-Käufer bekommen keine Umweltprämie mehr

Das Model S konnte bislang in der Basisversion von 60.000 Euro gefördert werden, doch die wird gar nicht verkauft. In Australien bringt Tesla eine Riesen-Batterie ans Netz.

Tatsächlich teurer. Das Model S gab Tesla mit einem Basispreis von 60.000 Euro an - doch das Modell war so nie im Handel.
Tatsächlich teurer. Das Model S gab Tesla mit einem Basispreis von 60.000 Euro an - doch das Modell war so nie im Handel.Foto: Kim Hong-Ji/REUTERS

Für ein Elektroauto des US-Herstellers Tesla gibt es in Deutschland keine Kaufprämie mehr. Das Modell „S Base“ sei von der Liste der förderfähigen Fahrzeuge gestrichen worden, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums am Freitag in Berlin. Eine Voraussetzung für die Prämie ist, dass der Netto-Listenpreis des Fahrzeugs maximal 60000 Euro betragen darf. Der Tesla werde als entsprechendes Basismodell aber gar nicht verkauft, sondern nur als teureres Komfortmodell, hieß es beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Dies habe eine seit Juli laufende Prüfung erbracht. Die Behörde prüfe nun, ob Tesla-Käufer die Prämie, die aus Steuermitteln mitfinanziert wird, zurückzahlen müssten, sagte ein Sprecher dem Tagesspiegel.

Die Prämie kann seit Anfang Juli 2016 beantragt werden. Die Förderung gilt rückwirkend für Fahrzeuge, die seit dem 18. Mai 2016 gekauft wurden. Für reine Elektrowagen mit Batterie gibt es 4000 Euro, für Hybridautos 3000 Euro. Finanziert werden die Prämien je zur Hälfte vom Bund und von den Herstellern. Mit Stand vom 30. November gingen beim Bundesamt inzwischen insgesamt 42251 Anträge auf die Prämie ein, davon rund 24500 für reine E-Fahrzeuge. Für das Tesla-Modell wurden laut Bafa bereits 834 Anträge bewilligt und in 648 Fällen auch schon Prämien ausgezahlt. Auf der Liste stehen nun noch 138 Automodelle. Gut 19300 Prämien wurden per November an Privatpersonen ausgezahlt, 22200 gingen an Unternehmen.

129 Megawatt von einem Windpark gespeist

Der Autobauer Tesla hat unterdessen in Australien das weltweit größte Batteriesystem zur Speicherung von erneuerbarer Energie in Betrieb genommen. Die Lithium-Ionen-Zellen mit einer Gesamtleistung von 129 Megawatt sind an einen Windpark angeschlossen.

Die Regierung des Bundesstaats South Australia lobte das Batteriesystem am Freitag als „bedeutenden Moment für die erneuerbare Energie“. Sein Bundesstaat sei nun führend auf dem Gebiet von regelbarer erneuerbarer Energie, sagte Regierungschef Jay Weatherhill. Tesla-Gründer Elon Musk hatte im Juli versprochen, die Batterie innerhalb von 100 Tagen herzustellen. Im September vergangenen Jahres war nach einem Unwetter der Strom in South Australia ausgefallen. Der gesamte Landesteil mit 1,7 Millionen Einwohnern war für Tage vom nationalen Netz abgeschnitten. Australiens Regierungschef Malcolm Turnbull hatte die Energiepolitik des Bundesstaats mit seinem Fokus auf erneuerbare Energien für den Blackout verantwortlich gemacht.

Die Energie stellt das französische Unternehmen Neoen bereit, das den Windpark etwa 200 Kilometer nördlich von Adelaide betreibt. Mit der Batterie lassen sich im Fall eines Stromausfalls 30000 Haushalte bis zu einer Stunde mit Strom versorgen. dpa/mot

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