Beteiligung : Porsche will VW nicht übernehmen

Nicht mehr als 30 Prozent, lautet die Formel nach der sich Porsche bei VW beteiligen will. Es gäbe keine Pläne diese Schwelle zu überschreiten, bekräftigte Porsche-Chef Wiedeking erneut am Rande des Genfer Automobilsalons.

Genf - Porsche nimmt die geplante Aufstockung seiner VW-Beteiligung auf bis zu 29,9 Prozent in Angriff. In den nächsten Tagen werde die Anteilserhöhung Thema in den Gremien sein, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf dem Genfer Autosalon. Er bekräftigte, dass Porsche die Beteiligung an VW unter 30 Prozent halten wolle. "Es gibt zurzeit keine Pläne, die darüber hinausgehen." Ab der Marke von 30 Prozent müsste Porsche den übrigen Anteilseignern ein Übernahmeangebot machen. Nach letzten Angaben hielt Porsche 27,3 Prozent an VW.

VW konnte sein Wachstumstempo im neuen Jahr fast halten und will auch in Sachen Umweltverträglichkeit ganz vorne mit dabei sein. Als Europas Nummer eins fühle sich der Konzern verpflichtet, auch bei besonders umweltschonenden Autos Marktführer zu sein, sagte Konzernchef Martin Winterkorn. In Genf präsentierte der Konzern unter anderem den Passat BlueMotion, der nur gut fünf Liter Sprit verbraucht.

Seit Jahresbeginn steigerte der VW-Konzern den Absatz um 7,6 Prozent auf 857.000 Fahrzeuge, wie Winterkorn sagte. Die Marke VW legte um sieben Prozent auf 496.000 verkaufte Autos zu. Im vergangenen Jahr war der Konzernabsatz um mehr als neun Prozent auf erstmals gut 5,7 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge gestiegen.

Trennung von Seat kein Thema mehr

Die Spekulationen über eine Trennung von der spanischen Tochter Seat dürften mit einer milliardenschweren Investitionsentscheidung des VW-Aufsichtsrates unterdessen vom Tisch sein. Volkswagen wolle in den kommenden zehn Jahren fünf Milliarden Euro in die Konzernmarke Seat investieren, sagte ein Seat-Sprecher. Zunächst seien jährlich rund 480 Millionen Euro geplant. Die Online-Ausgabe des Magazins "auto motor und sport" hatte von 450 Millionen jährlich berichtet. Den Beschluss habe der VW-Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am vergangenen Freitag gefasst.

Wiedeking sprach in Genf auch über die VW-Strategie. Für den VW-Aufsichtsrat sei es eines der wichtigsten Themen, das US-Geschäft auf Vordermann zu bringen, sagte er. "Das ist eine der Hauptaufgaben, die wir lösen müssen." Bei Porsche gelte der Grundsatz, dass man nur Autos verkaufe, mit denen man auch ordentlich Geld verdiene. Im Laufe dieses Jahres werde man bei VW in den USA erste Ergebnisse sehen. Der große Durchbruch sei aber noch nicht zu erwarten. (tso/dpa)

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