Bieterkampf für Landesbank Berlin : Am Ende waren es noch Neun

Von den Anfangs neunzehn Bewerbern sind bis zum Ablauf der Frist nur noch neun Bewerber für die Landesbank Berlin übrig geblieben, die ein erstes, unverbindliches Angebot abgaben.

Berlin - Für die Landesbank Berlin haben laut einem Zeitungsbericht nur deutsche Banken, der Sparkassendachverband sowie drei ausländische Beteiligungskapitalfirmen geboten. Dazu gehörten die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die BayernLB, die WestLB, die HypoVereinsbank (HVB) sowie die Commerzbank, berichtete die "Financial Times Deutschland" vorab. Zudem zähle der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) zu den Bietern in der am Donnerstag zuende gegangenen ersten Runde. Die ausländischen Interessenten kämen mit JC Flowers, Lonestar und Cerberus aus dem Lager des privaten Beteiligungskapitals.

Die beauftragte Investmentbank UBS werde die Angebote "jetzt gründlich auswerten", sagte Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD). "Auf dieser Grundlage wird dann die Entscheidung getroffen, welche Bieter zur nächsten Phase des Verfahrens eingeladen werden."

Als gleichwertige Alternative zu einem Verkauf im Bieterverfahren bereite das Land Berlin weiterhin eine Platzierung seiner LBBH-Anteile am Kapitalmarkt vor, machte Sarrazin deutlich. Hierfür finde zur Zeit ein Verfahren zur Auswahl der Syndikatsbanken statt. "Welcher Weg es am Ende sein wird, Verkauf im Bieterverfahren oder Platzierung an der Börse, das ist für mich im Augenblick noch vollständig offen", sagte Sarrazin.

Berlin muss bis Jahresende verkaufen

Das Land Berlin muss sich bis Jahresende von seinem 81-prozentigen Anteil an der früheren Bankgesellschaft trennen. Die Europäische Union hatte dies zur Auflage gemacht, nachdem das Land die Bank im Jahr 2001 mit Milliardenbeihilfen vor dem Zusammenbruch gerettet hatte.

Auch die Commerzbank gab wie erwartet ein Angebot für die Landesbank Berlin (LBB) ab. "Natürlich sind wir dabei", sagte Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller. Angaben zur Höhe der Offerte wollte er nicht machen.

Politische Reformen angemahnt

Müller, der auch Präsident des Bundesverbandes Deutscher Banken ist, mahnte bei einer Verbandsveranstaltung in Berlin Reformen der Politik für den Bankenmarkt Deutschland an. "Den Kampf gegen die Bürokratie hat die Politik aufgenommen. An die Modernisierung der schon seit langem unzeitgemäßen Strukturen des deutschen Bankenmarktes traut sie sich leider nur zögerlich heran. Stattdessen wandelt die Politik auf bekannten Pfaden."

Gleichwohl sei "vieles in Bewegung gekommen". Einmal mehr sei dies bezeichnenderweise der Europäischen Kommission zu danken: "Der anstehende Verkauf der Landesbank Berlin Holding AG zeigt es deutlich. Das Kaufinteresse ist groß." Nach der Einigung zwischen Kommission und Bundesregierung stehe zudem fest: "Der Verkauf der LBB ist kein Sonderfall, sondern ein Präzedenzfall für weitere Privatisierungen." (tso/dpa)

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