Börse am Abend : Dax schließt erneut im Minus

Belastet von deutlichen Kursverlusten bei der Deutschen Telekom und den mäßigen US-Vorgaben hat der Dax den dritten Tag in Folge im Minus geschlossen und seit Anfang der Woche fast 400 Punkte abgegeben.

Frankfurt/Main - "Der Markt ist weiterhin sehr nervös - die Korrektur ist noch nicht durchgestanden", sagte ein Marktteilnehmer. Seit Dienstag stehen die Börsen weltweit wegen eines kräftigen Kursrutsches in China und anderen asiatischen Märkten sowie Konjunktursorgen unter Druck.

Der Dax sank bis Börsenschluss um 1,12 Prozent auf 6640,24 Punkte. Im frühen Handel war er noch bis auf 6756,25 Zähler gestiegen. Seit dem Höchststand vom Montag hat der Index rund 400 Punkte verloren. Der MDax büßte 1,35 Prozent auf 9564,28 Zähler ein. Der TecDax gab um 0,78 Prozent auf 797,17 Punkte nach.

An der Wall Street sank der US-Leitindex Dow Jones zum Handelsschluss in Europa um 0,19 Prozent auf gut 12 245 Punkte. Der EuroStoxx 50 verlor 1,36 Prozent auf 4031,46 Zähler. Auch in Paris und London schlossen die Börsen erneut im Minus.

Telekom verliert deutlich

Aktien der Deutschen Telekom verloren am Dax-Ende 3,83 Prozent auf 13,04 Euro. Die drastischen Anschlussrückgänge im Festnetz haben 2006 den Konzerngewinn der Bonner stark belastet. Analyst Gerrit Rohleder sprach von enttäuschenden Geschäftszahlen. Die Kosten für die einmaligen Restrukturierungsmaßnahmen im Zuge des geplanten Konzernumbaus seien wesentlich höher als prognostiziert ausgefallen.

Dagegen drehten SAP-Aktien im späten Handel ins Plus und schlossen an der Dax-Spitze 3,79 Prozent höher auf 36,13 Euro. Der US- Finanzinvestor Silver Lake will einem Bericht der "WirtschaftsWoche" beim deutschen Softwarekonzern einsteigen. Silver Lake wolle mindestens einen der SAP-Gründer Dietmar Hopp, Hasso Plattner und Klaus Tschira, die gemeinsam ein Drittel von SAP halten, zum Verkauf der Anteile bewegen und bereite ein Angebot vor, berichtete das Magazin auf ihrer Internetseite "wiwo.de" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Sollte der Preis stimmen, seien die Gründer für ein Angebot prinzipiell aufgeschlossen, hieß es in den Kreisen. Als Vermittler ist die Investmentbank JP Morgan eingeschaltet.

EADS-Krise auch an der Börse

Im MDax rutschten EADS um 4,86 Prozent auf 24,64 Euro ab. Die Airbus-Sanierungspläne mit dem Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen stoßen auf heftigen Widerstand der betroffenen Beschäftigten. In den niedersächsischen Werken Varel und Nordenham ruhte die Arbeit. Analysten zeigten sich ebenfalls skeptisch, ob das Unternehmen in der Lage sein wird, seine Kosten bis 2010 spürbar zu senken.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,98 (Vortag: 3,96) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,12 Prozent auf 116,65 Punkte. Der Bund Future legte um 0,09 Prozent auf 116,34 Punkte zu. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3225 (Vortag 1,3211) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7561 (0,7569) Euro.


Stand: 01.03.07 (18.30 Uhr)

(tso/dpa)

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