Börse am Abend : Übernahmefantasien treiben deutsche Aktien an

Die deutschen Aktienindizes haben von Übernahmefantasien profitiert und weitere Kursgewinne verzeichnet. Der Dax ging mit plus 0,61 Prozent bei 6899,06 Zählern ins Wochenende.

Frankfurt/Main - Im Vergleich zur Vorwoche legte der deutsche Leitindex damit 4,86 Prozent zu. Der MDax mittelgroßer Werte gewann 0,39 Prozent auf 10104,14 Zähler, während der TecDax gegen den Trend 0,08 Prozent auf 850,64 Punkte verlor.

"Die Gerüchteküche hat den Handel geprägt", sagte Mirko Pillep von der Helaba. Übernahmefantasien hätten dabei vor allem den Autosektor beflügelt, der quasi für das gesamte Kursplus im Dax verantwortlich war. Am Nachmittag hätten einem weiteren Börsianer zufolge auch noch Daten zum US-Immobilienmarkt dem Markt einen positiven Impuls gegeben und ihn auf Tageshoch schließen lassen. Die US-Börsen verzeichneten zum Handelsende in Deutschland moderate Kursgewinne. Europas Leitindex EuroStoxx 50 schloss mit plus 0,52 Prozent.

Autowerte waren wegen zahlreicher Übernahmespekulationen das Tagesthema am deutschen Markt: Volkswagen (VW) sprangen an der Dax-Spitze um 6,23 Prozent auf 117,70 Euro nach oben. "Am Markt kursierten Gerüchte, dass Porsche am Wochenende die Umwandlung der Vorzüge in Stämme fordert und dann ein Übernahmeangebot abgeben wird", sagten mehrere Händler. Angeschoben worden seien diese Spekulationen von einem Artikel im "Manager Magazin". Demzufolge kaufen die Familien Porsche und Piëch seit Monaten VW-Vorzugsaktien und Ferdinand Piëch plane einen Automobilkonzern der Superlative.

Daimler-Chrysler beflügelt, Eon-Aktien rutschen ab

Die Daimler-Chrysler-Aktien wurden von Spekulationen um die Zukunft der US-Tochter Chrysler beflügelt und gewannen 6,22 Prozent auf 62,00 Euro. Die Gerüchte reichten vom unmittelbar bevorstehenden Verkauf bis hin zur Spekulation, der Konzern habe den amerikanischen Autobauer bereits abgegeben. Daimler-Chrysler sagte unterdessen, dass weder an diesem Freitag noch in den kommenden Tagen Neuigkeiten zum erwarteten Verkauf von Chrysler verkündet würden.

Größter Dax-Verlierer waren dagegen SAP-Aktien mit einem Abschlag von 1,72 Prozent auf 34,25 Euro. Der US-Konkurrent Oracle hat die Walldorfer der Industriespionage in großem Stil bezichtigt. Eon standen mit einer neuen Runde im Bietergefecht um den spanischen Stromversorger Endesa im Fokus. Die Papiere des Versorgers gaben 0,63 Prozent auf 100,69 Euro ab. Der italienische Versorger Enel will zusammen mit Acciona das Endesa-Angebot von Eon kontern und den spanischen Wettbewerber übernehmen. Am Nachmittag reduzierten Eon aber ihre Verluste, nachdem die spanische Börsenaufsicht (CNMV) den Eon-Rivalen ein Angebot innerhalb des nächsten halben Jahres untersagt hat.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 3,99 (Donnerstag 3,94) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,19 Prozent von 116,75 Punkte. Der Bund Future verlor 0,32 Prozent auf 115,50 Punkte. Der Eurokurs fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3327 (1,3351) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7504 (0,7490) Euro.


Stand: 23.3.07 (18:30 Uhr)

(tso/dpa)

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