Burger in Graspapier : McDonald's in der Mall of Berlin testet die Müllvermeidung

Für zehn Tage will McDonald's-Burger in Graspapier und Ketchup in Waffeln verkaufen. So will die Kette ausprobieren, wie sie Müll reduzieren kann.

Ein Bild der Vergangenheit? Bald könnten Mc-Donald's-Burger nicht mehr in Pappe, sondern Graspapier verpackt sein.
Ein Bild der Vergangenheit? Bald könnten Mc-Donald's-Burger nicht mehr in Pappe, sondern Graspapier verpackt sein.Foto: DPA

McDonald's macht seine Filiale in der Mall of Berlin zum Testobjekt. Ab Montag will die Fast-Food-Kette dort zehn Tage lang zeigen, woran man in Sachen Müll-Vermeidung derzeit arbeitet. In der Mitteilung zu dem Projekt ist die Rede von einem "Verpackungskonzept mit nachhaltigeren Lösungen", um Abfall zu reduzieren.

"Neue Lösungen für Einwegverpackungen bedeuten vor allem erstmal eine Umstellung: Nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die Verbraucher", sagt Heike Bierweiler, Director Supply Chain bei McDonald's in Deutschland. "Deshalb wollen wir in diesem Experiment herausfinden, was möglich ist und wo wir vielleicht noch in die weitere Ausarbeitung gehen müssen." Sie betont, dass neue Lösungen sowohl zu den Arbeitsablaufen in den Filialen, zu den Hygienebestimmungen als auch zur Zufriedenheit der Gäste passen müssen.

So will McDonald's in der Mall auf Berlin beispielsweise Burger in Graspapier statt in den herkömmlichen Schachteln verkaufen. Ketchup soll in Waffeln herausgegeben werden. Kunden können nach dem Kauf ihr Feedback zu den alternativen Verpackungsmethoden abgeben.

Die größte Fast-Food-Kette der Welt steht seit jeher in der Kritik von Umweltschützern. Nicht nur wegen der Herkunft der Speisen, sondern auch wegen der großen Mengen an Verpackungsmüll, den ein McDonald's-Essen mit sich bringt. Schließlich sind fast alle Burger in einer eigenen Box und jedes Getränk, jede Sauce und jedes Eis in einem Wegwerf-Behältnis. Egal ob in der Filiale oder "To Go" gegessen wird.

Allerdings bemüht sich McDonald's seit einigen Jahren um Verbesserungen seiner Umweltbilanz. Seit 2015 sind alle in Deutschland verwendeten Papier- und Papp-Verpackungen aus zertifizierter Forstwirtschaft (nach dem Siegel "Forest Stewardship Council" oder dem "Programme for Endorsement of Forest Certification"). Zudem werden Gerichte, die in der Filiale verzehrt werden, vermehrt unverpackt auf Porzellan serviert.

In einem aktuellen PR-Video wirbt der Konzern für Verständnis darum, dass eine Umstellung auf eine plastikfreie Filiale nicht von heute auf morgen ginge und ausgesprochen kompliziert sei. Dennoch will McDonald's bis 2025 weltweit in allen Restaurants Systeme einzuführen, mit denen gebrauchte Verkaufsverpackungen sortiert und einem Recycling zugeführt werden können. Außerdem sollen bis dahin alle Verkaufsverpackungen aus erneuerbaren, recycelten oder zertifizierten Quellen stammen, wie es auf der Internetseite des Unternehmens heißt.

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