Wirtschaft : Chipfabrik in Köpenick

Silicon Sensor investiert zehn Millionen Euro

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Berlin - Der Bezirk Oberschöneweide hat ein neues Vorzeigeunternehmen: Die Berliner Firma Silicon Sensor baut auf einer alten Industriebrache an der Spree eine moderne Fabrikhalle, in der ab 2008 Halbleitersensoren produziert werden sollen. Das Investitionsvolumen liegt bei zehn Millionen Euro, mindestens 50 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Silicon Sensor wird damit doppelt so viele Mitarbeiter haben wie heute. „Wenn sich die wirtschaftliche Lage so hält, können es auch 200 Arbeitskräfte werden“, sagte Unternehmenschef Bernd Kriegel am Mittwoch bei der Grundsteinlegung.

Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei/PDS) nannte das Projekt eine „Keimzelle für neues industrielles Wachstum“. Mit Blick auf den neuen Campus der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft FHTW in unmittelbarer Nähe sagte er: „Was wir wollen, ist die enge Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.“

Oberschöneweide und das Industriegelände an der Wilhelminenhofstraße standen lange Zeit stellvertretend für den Niedergang der Industrie nach der Wende in Berlin. Weder im Kabelwerk Oberspree noch im früheren Werk für Fernsehelektronik, das von Samsung übernommen wurde, wird noch produziert. Dafür gab es auf dem Gelände an der Spree reichlich Altlasten aus hundert Jahren Industriegeschichte. Silicon Sensor erhielt daher das Grundstück für einen Euro und sorgt für eine umweltgerechte Entsorgung .

Silicon Sensor ist 1991 aus dem Werk für Fernsehelektronik hervorgegangen. Das Hochtechnologieunternehmen stellt Sensoren für den Einsatz in allen Lebensbereichen her, etwa für die Abstandsmessung in Autos oder die Ausrichtung von Werkzeugen. Die Sensoren werden aber auch in der Medizintechnik eingesetzt oder zur Messung der Kontinentalverschiebung. Kunden sind Konzerne wie Siemens oder Bosch. Inzwischen gehören zur börsennotierten Holding Silicon Sensor AG neben der ursprünglichen GmbH vier weitere Tochterfirmen, davon eine in den USA. Nach vorläufigen Zahlen steigerte das Unternehmen den Umsatz im Jahr 2006 um 107 Prozent auf rund 33 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Zinsen und Steuern liegt mit rund 2,9 Millionen Euro 116 Prozent über dem des Vorjahres. Neben der neuen Fabrik plant Vorstandschef Kriegel auch die Expansion nach Asien und Russland. vis

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