Daimler nimmt die Arbeit wieder auf : „Unsere Leute sind sicherer als im Supermarkt“

Ab Montag wird wieder gearbeitet in Daimler-Werken. Betriebsratschef Brecht beschreibt, wie in Coronazeiten für die Gesundheit der Beschäftigten gesorgt werden soll. 

Daimler fährt ab Montag Produktion wieder hoch.
Daimler fährt ab Montag Produktion wieder hoch.Foto: imago images/7aktuell

Der Daimler-Konzern beginnt an diesem Montag in einigen Motorenwerken die Produktion hochzufahren. „Der Gesundheitsschutz ist das A und O“, sagte dazu Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht dem Tagesspiegel. „Ich bin überzeugt, dass unsere Leute sicherer sind als in einem Lebensmittelgeschäft.“

Michael Brecht, Gesamtbetriebsratsvorsitzendee der Daimler AG.
Michael Brecht, Gesamtbetriebsratsvorsitzendee der Daimler AG.Foto: picture alliance / dpa

Im Konzern mit rund 170.000 Mitarbeitern allein in Deutschland habe man „sehr frühzeitig um die 100 Punkte im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen identifiziert. Das betrifft den Weg zur Arbeit, die Arbeitskleidung, Duschmöglichkeiten, Pausenräumen, Kantinen und vieles mehr. 

Für jede Gefährdung haben wir Lösungswege identifiziert“, sagte der Betriebsrat und lobte die Zusammenarbeit mit der Daimler-Führung. 

„Alle wollen, dass die Firma wieder anläuft, aber alle sind sich einig, dass es nur funktioniert, wenn die Menschen geschützt werden“, sagte Brecht dem Tagesspiegel. „So eine Krise schweißt auch zusammen und setzt Energien frei.“

"Auf lange Zeit keine Normalität"

Mit einer normalen Produktion rechnet er „auf lange Zeit nicht. Bis wir die Menschen nicht immunisiert haben und kein Impfstoff da ist, werden wir das alte Niveau nicht erreichen. Ich hoffe auf 2021.“ 

Im Rahmen der gerade diskutierten Konjunkturprogramme möchte er Klimaschutz und Konjunktur verbinden, „indem man Anreize setzt für den Kauf von Autos, die deutlich weniger Schadstoffe ausstoßen“. Auch Diesel. „Die neuen Diesel sind effizient und sehr sauber, das Stickoxidproblem ist weitgehend gelöst. 

Und wir werden nicht alle in fünf oder zehn Jahren Elektroautos fahren können. Dazu gibt es zu wenig sauberen Strom, zu wenig Ladesäulen und zu wenig Batterien“, sagte Brecht dem Tagesspiegel.

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