Wirtschaft : Der mächtigste Mann der Autobranche

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DER ENKEL

Ferdinand Piëch hat das Autobauen in den Genen. Sein Großvater war Ferdinand Porsche , der Gründer des Sportwagenherstellers und Konstrukteur des VW-Käfer. Die Familien Piëch und Porsche kontrollieren heute die Porsche AG in Stuttgart. Der rund 60-köpfige Clan hat die Stammaktien unter sich aufgeteilt und beherrscht den Aufsichtsrat, in dem natürlich auch Ferdinand Piëch sitzt.

DER MACHTMENSCH

Wie sein Großvater entwickelt auch Piëch selbst leidenschaftlich gerne Fahrzeuge. Noch besser ist er allerdings als Machtmensch. „In meiner Karriere haben schon einige versucht, mich rauszudrängen , es ist noch keinem gelungen“, sagt Piëch. Er kontrolliert nicht nur das Unternehmen Porsche, an dem er einen guten Teil der Aktien hält, er hatte auch bei Volkswagen bisher mehr zu sagen, als es für einen Aufsichtsratschef üblich ist. Im vergangenen Herbst soll er für den Abgang des damaligen Vorstandschefs Bernd Pieschetsrieder gesorgt haben. In Zukunft wird Piëchs Einfluss bei eher noch zunehmen. „Piëch wird wie bisher VW leiten“, sagt Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer.

DIE KARRIERE

Sein Einfluss in Wolfsburg geht neben den familiären Banden vor allem auf seine Zeit als VW-Vorstandsvorsitzender zurück. Knapp zehn Jahre führte er den Konzern mit eiserner Hand und großem Erfolg. Als er den Vorstandsvorsitz 2002 abgab und in den Aufsichtsrat wechselte, hatte er aus einem wankenden Autoriesen, der Verluste verbuchte, ein profitables Unternehmen gemacht. Piëch wurde als Automanager des Jahrhunderts gefeiert. Zuvor hatte er bereits die VW-Tochter Audi aus der Krise geführt.

DIE MISSION

Piëch will nicht weniger als die deutsche Autoindustrie retten – vor allem vor der Konkurrenz aus Fernost. In diesem Sinne ist auch sein Engagement bei VW zu sehen. Solange er den Konzern kontrolliert, kann es kein anderer tun.

Zusammen mit seinem Zögling, dem neuen VW-Chef Martin Winterkorn , will Piëch Volkswagen wieder in die Erfolgsspur bringen und für den Kampf gegen Toyota positionieren. Zudem arbeitet er an der Fusion der beiden Lkw-Hersteller MAN und Scania , an denen VW-beteiligt ist. So soll unter seiner Aufsicht der weltgrößte Nutzfahrzeugehersteller entstehen. „Piëch hat viel erreicht, und er wird immer mehr erreichen wollen – auch im Nutzfahrzeuggeschäft“, sagt Experte Dudenhöffer. Er sieht die Gefahr, dass Piëch sich dabei übernehmen könnte. stek

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